Ein Obdachloser Mann liegt auf einer Matratze und schläft. Es sind nur seine Füße zu sehen. Vor ihm steht ein Pappbecher zum Geld sammeln und ein Heft mit der Aufschrift "Würde" liegt daneben. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Bild: dpa/Paul Zinken

- Obdachlosigkeit

Gerade in den Wintermonaten brauchen Obdachlose unsere Hilfe. Ein freundliches Lächeln, die Frage, ob man helfen kann oder der wachsame Blick, einen Kältebus zu rufen.

Berlin ist die erste Stadt, die in der "Nacht der Solidarität" seine Obdachlosen gezählt hat, um einen Überblick zu bekommen, wie viele Menschen tatsächlich auf der Straße leben. Die Helfer haben 2.000 Obdachlose in Berlin gezählt, die tatsächliche Zahl dürfte aber weitaus höher sein. Je nach Schätzung wird in Berlin mit 6.000 bis 10.000 der Wohnungs- und Obdachlosen gerechnet.

Sprecht die Personen an!

Wem von uns ist nachts auf dem Nachhauseweg oder auch tagsüber nicht schon eine obdachlose Person begegnet, die ungeschützt im Freien schläft? Wenn Ihr vermutet, dass sie unter der Kälte oder Witterung leidet, dann sprecht sie an. Eine Idee ist es, die Person höflich anzusprechen, ob sie etwas braucht und Hilfe annehmen möchte. Besonders im Winter, kann das Schlafen auf der Straße lebensgefährlich werden.

Kältehilfe Berlin

Für Obdachlose in Berlin stehen ab Oktober bis Ende April jedes Jahr Übernachtungsplätze zur Verfügung. Derzeit gibt es rund 1.100 Plätze in Notübernachtungen und Nachtcafés. Rund 300 Plätze davon sind speziell für Frauen. In der vergangenen Wintersaison (2018/19) betrug die Auslastung der Kältehilfe-Angebote nach Angaben der Senatssozialverwaltung etwa 80 Prozent. 

Kälte- und Wärmebus rufen!

Die Berliner Kältehilfe ist zudem abends und nachts mit zwei Bussen in Berlin unterwegs, um Menschen ohne Obdach zu versorgen und kostenlos in Notunterkünfte zu bringen. Wenn Ihr einer Person helfen möchtet, auch um ihr zu sagen, wo vielleicht noch eine Notunterkunft ist, könnt Ihr die App der Berliner Kältehilfe checken. Da gibt es Informationen zu Schlafplätzen, Beratung, Medizinischer Hilfe, Hygiene und Bekleidung in Berlin.

Wärmebus des Deutschen Roten Kreuz ab 18 Uhr unter: 030 600 300 1010
1. November – 15. März, täglich unterwegs von 18 bis 24 Uhr

Kältebus der Berliner Stadtmission ab 21 Uhr unter: 0178 523 5838
1. November – 31. März, täglich unterwegs von 21 bis 3 Uhr

Notfall: 110 oder 112

Im Notfall, wenn Ihr zum Beispiel eine Person findet, die nicht mehr ansprechbar ist, wählt die Polizei (110) oder Feuerwehr (112). Lieber einmal zu viel anrufen, als zu spät!

Hilfsangebote für Obdachlose

  • "One Warm Winter" ist eine Berliner Initiative, die Obdachlosen und Geflüchteten wetterfeste Klamotten zukommen lässt. Ihr bestimmt die Höhe des Geldbetrages, den Ihr spenden möchtet und seht live, wie viel von einer Jacke Eure Spende bewirkt. Marteria, Palina Rojinski, Joko Winterscheidt, Olli Schulz, und viele andere Stars sind Botschafter für diese gute Sache.

    Spenden

    "One Warm Winter" freuen sich am meisten über Geldspenden. Von dem Geld wird Kleidung gekauft. Die Initative arbeitet mit verschiedenen Institutionen in Berlin zusammen, die die Kleider an die Betroffenen verteilen.

  • In Berlin gibt es schätzungsweise 6.000 bis 10.000 Obdachlose. Einigen Notunterkünften wurde allerdings in den letzten Jahren die Finanzierung gestrichen. Für Wohnungslose wird es also immer schwieriger, im Winter einen warmen und sicheren Schlafplatz zu finden. Wer Pech hat, muss draußen bleiben. Bei Minusgraden kann das nachts lebensgefährlich werden. Wenn Ihr im Winter einen Obdachlosen in Not seht, ruft sofort den Kältebus an. Die Teams geben Tee und Schlafsäcke aus und bringen die Menschen in eine sichere Notunterkunft.

  • Um Notunterkünfte, Wohnungen, Wärmestuben und Ambulanzen zu finanzieren, könnt Ihr der Caritas und der Berliner Stadtmission mit Geldspenden helfen.

    Ganz einfach helfen könnt Ihr auch per SMS: Indem Ihr das Wort "kalt" an die 81190 sendet, werden Euch fünf Euro von Eurer nächsten Handyrechnung abgebucht. 4,83 Euro davon gehen direkt an den Berliner Kältebus, der Rest sind Gebühren.
     

  • Bevor Ihr Klamotten, die Euch nicht mehr gefallen, wegschmeißt, spendet sie lieber! Aber achtet bitte drauf, dass Kleiderspenden nicht Eure Mülltonne ersetzen. Eine Winterjacke mit Löchern oder eine undichte Regenjacken bringen Leuten auf der Straße recht wenig.

    Grundsätzlich freuen sich die Berliner Stadtmission und die Caritas über jedes brauchbare Kleidungsstück. Die Stadtmission hat für Kleidung spezielle Spendecontainer in der Nähe des Hauptbahnhofs und listet hier auf, was gerade besonders gebraucht wird. Auch in Secondhandläden könnt Ihr Eure alten Klamotten abgeben.

    Die Caritas betreibt in Berlin zwei Kleiderkammern. Im Wedding und in Charlottenburg-Wilmersorf werden kostenlos und gegen Nachweis Klamotten, Schuhe, Handtücher, Bettwäsche und Kinderspielzeug an Bedürftige verteilt. Spenden könnt Ihr nach telefonischer Anmeldung vorbeibringen.

  • In den kalten Monaten könnt Ihr auch mit Lebensmittelspenden viel bewirken. Die könnt Ihr direkt in der Bahnhofsmission am Zoo abgeben. Falls Ihr im Verbrauchermarkt Ullrich am Bahnhof Zoo einkauft, könnt Ihr an der Kasse auch Lebensmittelgutscheine für die Bahnhofsmission kaufen. Die Helfer lösen diese dann im Markt ein. Auch am Hauptbahnhof nimmt die Berliner Stadtmission Eure Spenden entgegen.

    Neben haltbaren Sachen wie Kaffee, Reis oder Milch ist immer auch Bedarf an frischen Sachen wie Obst und Joghurt. Im Wedding freut sich die Berliner Obdachlosenhilfe über Geld und Essensspenden. Auch Möbel, Computer, alte Brillen, CDs und DVDs braucht Ihr nicht wegschmeißen: unter dem Motto "Spenden statt Wegwerfen" listet die BSR auf, welcher Organisation Ihr womit helfen könnt. Auch die kleinen Dinge zählen.

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