Sängerin Lea singt vor einem schwarzen Hintergrund in ein Mikro. (Quelle: imago images/Hartenfelser)
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Kommentar - Caro Korneli fragt sich: "Wo bleibt die Frauenpower, LEA?"

Ende Mai ist LEAs drittes Album "Treppenhaus" rausgekommen. Eine krasse Erfolgsgeschichte, die sie da schreibt. Ihr erstes Album flog 2016 noch so ziemlich unter dem Radar, aber spätestens mit ihrem Song "Leiser" vom zweiten Album war LEA plötzlich überall im Radio zu hören. Jetzt also Album Nummer drei. Für die Tour waren größere Hallen gebucht, denn alle wollten mitsingen ... aber was genau singt sie da eigentlich. Fritzin Caro Korneli hat mal genauer hingehört und ist seitdem ziemlich geladen.

Ein Kommentar von Caro Korneli

"Eines ist mittlerweile sicher: Mädchen brauchen sich gar nichts gefallen lassen, Mädchen sind schön, stark und cool. Mädchen kennen von #metoo bis Kinnhaken alle Verteidigungsarten. Und obwohl Mädchen sich behaupten können, in der Arbeit, in der Liebe, auf der Straße, obwohl sie wissen was sie wert sind, gibt's immer wieder mal Stimmen, die uns was anderes erzählen wollen.

Eine dieser Stimmen ist LEA und die hat schon mit ihrem Capital-Bra-Duett einen Brechreiz und ein Fragezeichen in mir ausgelöst. So musste man bei "110" mit anhören wie sie zwar beteuert, dass die Liebe mit ihrem Macker besonders leidenschaftlich und tief romantisch ist, sich die Nachbarn aber komischerweise trotzdem immer wieder animiert fühlten, tatsächlich die 110 anzurufen. Damit die Polizei Ruhestörung oder möglicherweise Schlimmeres verhindert.

Ich hab mir dabei vorgestellt, wie ganz kleine Schnapsfläschchen durch die Gegend fliegen und die Wohnung trägt einen Raumduft der Marke "zu Ende gerauchte Kippen und schmutziges Geschirr". Vielleicht ist es da ja wirklich das Beste, wenn die Polizei kommt und wenigstens mal das Fenster aufmacht.

In ihrem nächsten Song "Treppenhaus", den LEA von der Wohnung ins Treppenhaus verlegt hat, denkt man fast sie hat es gepackt, den Kerl endlich rauszuwerfen und einmal feucht durchzuwischen. Aber sobald dieser Kerl, ich zitiere, "100 Drinks intus hat, ruft er sie nachts an und sagt wie schön sie ist". LEA ist schlau, sie lässt ihn offenbar nicht sofort rein, aber im Treppenhaus erliegt sie seinem Charme aufs Neue und wird prompt niedergeknutscht. Seine Jacke riecht nach Rauch und zwar so betörend, dass sie sich von ihm küssen lässt.

Mal abgesehen davon, dass jemand der 100 Drinks hatte, lieber ins Kranken- als ins Treppenhaus gehen sollte, verstehe ich nicht so ganz, wieso der Typ sich das erlauben darf. Im Vorgängersong "110" heisst es noch treffend "Deine Freundinnen, die hassen mich, denn ich häng' besoffen in der Bar, nächtelang, und nehm die Kasse mit". Da haben ihre Freundinnen aber auch einen Punkt!

Ich fass noch mal zusammen: LEA, Du kannst Dich privat so schlecht behandeln lassen wie Du willst, aber Deine sehr jungen, überwiegend weiblichen Hörer könnten vielleicht zwischendurch einen Funken Zorn und Entschlossenheit vertragen. Wie wärs, wenn der nächste Song an den Müllcontainern spielt ... Du lässt den Kerl da stehen, drehst Dich um und gehst."

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3 Kommentare

  1. 3.

    Heyhey! Haste Recht. Deshalb spielen wir ja auch solche tollen Ladies wie Alli Neumann. Die hat ordentlich Biss. Oder eine Haiyti. Oder "The Aces", die sich für LGBTQI-einsetzen und offen über ihre Sexualität sprechen.

  2. 2.

    Liebe Karo,
    verdammt guter Kommentar!
    Es ist typisch für die deutsche Musikbranche, dass mal wieder nur diejenigen weiblichen Musiker Erfolg haben, die a) extrem jung und b) extrem unfeministisch agieren.
    Aber das könnt ihr von Radio Fritz doch ein wenig ändern: spielt doch auch mal Musikerinnen jenseits der 30 (Kraftklub habt ihr ja auch nicht aus dem Programm genommen, als sie 30 wurden) und vor allem: solche, die frech und feministisch sind - und dadurch ZEITGEMÄß!!!

  3. 1.

    Liebe Karo,

    du hast so recht. Ich dachte es geht nur mir so. Es kann für diesen Zustand meiner Meinung nach nur einen Grund geben. Lea hat den Text anders gemeint als er verstanden werden kann. Da sie ihre Texte wohl selbst schreibt, ist sie selbt noch nicht an dem Punkt angelangt, an dem sie sich selbst ausreichend reflektiert und feststellt welche Botschaft sie sendet. Ich hoffe für sie, dass sie dieses Stadium noch erreicht.

    Liebe Grüße, Christine