Ein Boomer mit Aktentasche und über die Schulter geworfenem Jacket kehrt der Kamera den Rücken. (Quelle: IMAGO | YAY Images)
Bild: IMAGO | YAY Images

Handwerk und Co. - Die Boomer-Generation geht bald in Rente. In welchen Berufsgruppen dann dringend Nachwuchs gebraucht wird und welche Lösungen es gibt, erfahrt ihr hier.

Die Boomer gehen in einigen Jahren in Rente. Eigentlich normal, weil das alle sind, die jetzt so zwischen Mitte 50 und Anfang 60 sind. Das ist aber trotzdem problematisch, weil es überdurchschnittlich viele Menschen in der Berufswelt sind. In einigen Berufen ist das besonders krass, was wiederum heißt, dass es mehr Platz für junge Leute gibt.

In welchen Bereichen werden denn besonders viele junge Leute gesucht?

Lokführer:innen werden gesucht oder Leute, die Gemeindearbeit machen. In den Bereichen Metallbau oder Schweißtechnik werden viele Leute gesucht, aber auch Bestatter:innen oder Anlagenmechaniker:innen. Alle diese Berufsgruppen haben zwei Dinge gemeinsam: Es gibt super viele ältere Beschäftigte und es fehlt Nachwuchs.

Ein Betrieb in Steglitz beispielsweise, in dem Gas-Wasser-Installateure und Anlagenmechaniker arbeiten, sucht verzweifelt Azubis. Warum will das niemand machen?

Umgangssprachlich spricht man ja von "Gas-Wasser-Scheiße-Berufen" - das sind die Leute, die zu euch nach Hause kommen, wenn die Heizung oder die Therme nicht funktioniert oder etwas mit der Toilette nicht stimmt. Aber solche Berufe haben völlig unverdient ein schlechtes Image. Das sagt auch der Chef dieses Betriebes in Steglitz, weil es mittlerweile hochmoderne Jobs sind, bei denen es auch viel um Wärmepumpen und Solaranlagen geht.

Es handelt sich also um Klima-Berufe und das sollte endlich gespreadet werden: "Wenn die Klimaziele ernst genommen werden, dann brauchen wir eine Werbeinitiative für Klimaberufe in dieser Stadt", sagt Andreas Koch-Martin, Geschäftsführer der Sanitär-, Heizungs- und Klimaberufe-Innung (SHK-Innung).

Dass viele der geburtenstarken Jahrgänge bald in Rente gehen, war ja abzusehen. Ist es jetzt nicht etwas spät für eine Image-Kampagne?

Das ist es definitiv. Die SHK-Innung aber sagt auch, dass das Problem für sie gar nicht so neu ist und sie bereits seit einer ganzen Weile mit einem speziellen Ausbildungsprogramm arbeitet, zum Beispiel für Geflüchtete. Und das ist mega erfolgreich. Zuwanderung könnte also unser Fachkräfteproblem auch lösen.

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