Zwei junge Frauen mit Mützen, Kopfhörern und Smartphones in der Hand sitzen auf einer Brücke. (Quelle: IMAGO | Westend61)
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Phubbing - Ihr hängt mit Freund:innen ab, checkt aber zwischendurch ständig eure Whats-App-Nachrichten und Insta-Beiträge aufm Smartphone? Warum "Phubbing" Beziehungen gefährdet, lest ihr hier.

Wer kennt's nicht? Ihr trefft euch mit guten Freunden, erzählt gerade voll die emotionale Geschichte und dann hängt euer Gegenüber die ganze Zeit am Handy. Und ihr flippt innerlich aus, weil ihr direkt das Gefühl bekommt, dass eure Story total lame ist und ihr unwichtig seid. Dieses Phänomen hat einen Namen: "Phubbing" - eine Wortkombination aus "phone" (Handy) und "snubbing" (vor den Kopf stoßen).

Was macht "Phubbing" mit uns?

Phubbing - also in Momenten sozialer Interaktionen auf dem Smartphone herumdrücken - gefährdet Beziehungen, sagen Expert:innen. Es gibt Studien zum Thema, die zeigen, dass zwischenmenschliche Beziehungen unter Phubbing sehr leiden, vor allem romantische. Stichwort: Eifersucht - mit wem schreibt mein Gegenüber da am Handy!?

Warum "phubben" wir andere trotzdem? Weil wir das Gespräch so langweilig finden?

Nein, nicht unbedingt. Einen klaren Zusammenhang zwischen der Qualität des Gesprächs und dem Auftreten von Phubbing gibt es nicht. Phubbing hat eher etwas mit der persönlichen Einstellung zu tun. Wer Phubbing selbst nicht so schlimm findet, phubbt häufiger auch andere.

Der Achtsamkeitstrainer und Psychologe Omer Schonfeld erklärt das folgendermaßen: "Phubbing kann erhebliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und auf das Selbstwertgefühl haben. Studien haben außerdem gezeigt, dass Phubbing in romantischen Beziehungen negative Auswirkungen auf die Zufriedenheit in der Beziehung und auf die Intimität hat und Depressionen begünstigt."

Achtsamkeit ist hier das Stichwort! In zwischenmenschlichen Interaktionen wäre es besser, aktiv zuzuhören, Nachfragen zu stellen und wahrzunehmen, was im Hier und jetzt passiert.

Ihr fühlt euch jetzt ertappt? Obwohl euch das bei anderen nervt, passiert es euch auch manchmal voll automatisch?

Da seid ihr nicht allein, das geht laut Psychologe Omer Schonfeld vielen so. Er weiß, wie wir uns alle selbst austricksen können, damit es erst gar nicht zum Phubben kommt: "Phubbing ist ein erlerntes Verhalten, das man auch wieder verlernen kann, wenn man es möchte. Es ist eine Frage der Priorität. Ich denke, dass man Liebe am besten übers Verhalten zeigt. Es geht darum, der/dem Partner:in und Freund:in zu zeigen, dass sie mir wichtig sind, indem ich ihnen meine volle Aufmerksamkeit schenke."

Also ganz einfach: Packt das Handy weg und die Chance, andere zu phubben, liegt quasi bei null!

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