Ein junge Frau wirft wütend ihre Unterlagen weg. (Quelle: IMAGO | Westend61)
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Gesundheit - ADHS bei jungen Erwachsenen - was das genau ist und welche Therapiemöglichkeiten es gibt, erfahrt ihr hier.

Stellt euch vor, ihr müsst bei diesem Wetter bis zur achten Stunde in der Schule sitzen, da wäre eure Konzentration wahrscheinlich im Keller. Bei vielen Auszubildenden oder Studis ist das mit der Konzentration aber immer so, bis heute. Der Grund: Sie haben ADHS.

Was ist ADHS und wie äußert es sich bei jungen Erwachsenen?

ADHS ist die Abkürzung für Aufmerksamkeits-Defizits-Hyper-Aktivitätsstörung. Es handelt sich also um eine Störung der Aufmerksamkeit, die mit hoher Impulsivität und Hyperaktivität einher gehen kann. Wer ADHS hat, kann sich also schlecht konzentrieren, reagiert vielleicht schnell aufbrausend und ist körperlich oft unruhig:

"Bei jungen Erwachsenen können alle diese Symptome oder Anzeichen vorliegen. Wobei wir oft bemerken, dass sich die sogenannte motorische Unruhe in eine quälende, innere Unruhe wandeln kann." sagt Dr. Olga Geisel von der Charité-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Wo sind die Unterschiede bei ADHS zwischen Kindern und jungen Erwachsenen genau?

Kinder sind körperlich oft unruhig. Junge Erwachsene mit ADHS lassen sich leicht ablenken, sind vergesslich und diese Nachteile zeigen sich eben auch im Alltag, wie Dr. Olga Geisel beschreibt:
"Zum Beispiel im Studium oder in der Ausbildung, dadurch dass Betroffene zum Beispiel nicht richtig zuhören, Termine werden nicht eingehalten oder es gibt zwischenmenschliche Probleme durch das impulsive Verhalten. Es kann auch sehr quälend für Betroffene sein, nie zur Ruhe zu kommen."

Das ist aber nicht alles: Es gibt eine englische Studie, die zeigt, dass gegenüber Menschen mit ADHS viele Vorurteile existieren. Befragte haben zum Beispiel angegeben, die häufigsten Gründe für ADHS wären "TV und Internet" oder ein "kaputtes Elternhaus". Das ist natürlich Quatsch, ADHS ist eine echte Krankheit.

ADHS ist eine Krankheit, die sich behandeln lässt. Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Neben Medikamenten gibt's auch andere Möglichkeiten, sagt Dr. Olga Geisel von der Charité: "Wir empfehlen verhaltenstherapeutische Maßnahmen, bei denen das individuelle Verhalten der Betroffenen analysiert wird und neue Verhaltensmuster eingeübt werden können."

Diese neuen Verhaltensmuster können Strategien sein, um gut durch den Tag zu kommen, wie man sich einen Stundenplan schreibt oder Methoden, die verhindern, dass Emotionen überkochen und Betroffene ihre Entscheidungen gelassener angehen.

Svenja hat ADHS. Wie sich die Krankheit bei ihr äußert, warum die Diagnose eine Befreiung für sie war und was ihr im Alltag hilft, erzählt sie hier.

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