Eine Ärztin begutachtet viele Blutkonserven, die an einem Ständer aufgehängt sind. (Quelle: IMAGO | McPHOTO)
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Leichter Blut spenden - Blutspenden werden an allen Ecken und Enden gebraucht. Die Hürden zum Spenden sind für einige Menschen aber ziemlich hoch. Das soll sich nun ändern.

600 Spenden Blut - das wird TÄGLICH allein in Berlin und Brandenburg gebraucht, um den Bedarf zu decken. Es zählt also wirklich JEDE:R, die/der fit ist und spenden kann. Das Problem: Viele Menschen dürfen nicht spenden, obwohl sie könnten - und das sind vor allem homosexuelle Männer. Momentan ist es so, dass Homosexuelle ein Jahr lang auf Sex verzichten müssen, bevor sie Blut spenden dürfen. Ab September könnte sich das aber ändern.

Warum tut sich da jetzt was?

Weil es einfach massive Kritik an dieser Regelung gibt - gerade vonseiten der LGBTQ-Community oder der Deutschen Aidshilfe. Das Bundesgesundheitsministerium hat nun die Zulassungskriterien fürs Blutspenden updaten lassen. Das Ergebnis ist ein Vorschlag, der bis Herbst umgesetzt werden soll. Und der lautet: Jeder, der seit mindestens vier Monaten nur mit einer Person Sex hatte, darf auch Blut spenden.

Das heißt, die sexuelle Orientierung ist dann also endlich KEIN Kriterium für Blutspenden mehr. Das wiederum bedeutet, dass es viel mehr potenzielle Spender gibt.

Mehr Spender werden gerade jetzt super dringend gebraucht - vor allem auch in Berlin und Brandenburg. Nach dem Lockdown-Marathon werden nämlich reihenweise Operationen nachgeholt, die wegen Corona erstmal geskippt werden mussten. Und daneben gibt es laut Susanne Rabenau vom Deutschen Roten Kreuz sogar ein noch größeres Problem:

"Es ist so, dass wir mit Beginn der Reisezeit und auch der Möglichkeiten, wieder zu reisen, im Moment eine sehr angespannte Versorgungslage haben. Teilweise fehlen bis zu 20 Prozent Spenden und aktuell blicken wir mit Sorge auf den weiteren Verlauf des Sommers."

Ihr würdet gerne Blut spenden, habt aber keinen Plan, wie das eigentlich abläuft. Was müsst ihr beachten?

Ihr müsst mindestens 18 Jahre alt sein und euch gesund fühlen, ihr dürft in den letzten zwölf Stunden keinen Alkohol getrunken und müsst euren Personalausweis in der Tasche haben. Über die Homepage des DRK findet ihr ein Termin- und Reservierungstool - das zeigt euch, wo und wann das nächste Mal Blut spenden möglich ist. Und ganz wichtig: Zwei bis drei Stunden vorher etwas essen und viel trinken, weil ihr ja dann einen halben Liter Blut verliert.

Dann darf jetzt also auch wirklich jeder spenden?

Nein, es gibt schon noch ein paar Ausschlusskriterien, zumindest für kurze Zeit, sagt Susanne Rabenau:

"Das kann zum Beispiel eine Medikamenteneinnahme sein, eine Rückkehr aus einem Urlaubsort, ein frisch gestochenes Tattoo, was jemanden dann für ein paar Monate von der Spende zurückstellt."

Ob ihr selbst als Spender:in in Frage kommt, checkt nochmal ein Arzt bzw. eine Ärztin vor Ort mit euch. Wenn ja, wird euer Blut an regionale Kliniken verteilt und hilft bis zu drei Menschen.

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