Symbolbild: Leben und Glück. Auf einem türkisen Holzbrett, dessen Farbe abblättert sind zwei Emoji-Herzen zu sehen. (Quelle: imago/Shotshop, Apple))
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Organspende - Lest und hört von zwei taffen Girls, die nur dank neuer Niere und Leber Nummer drei noch leben

"Es ist schon ziemlich hart, wenn einem einer ins Gesicht sagt, dass man lieber tot sein sollte, als am Leben." Das erzählt Leonie (22 Jahre) aus Moabit. Eine ehemalige Klassenkameradin hat ihr das entgegengepfeffert. Leonie lebt mit einer Spenderniere, ohne die sie vermutlich schon tot wäre - und diese Niere kommt nicht von irgendwem.

Weil die Wartezeiten so lang sind, haben sich Leonies Eltern testen lassen, aber...

Sie hat von ihrem Papa eine Niere bekommen. Die ihrer Mutter hätte nicht gepasst. Als sie 19 Jahre alt war, haben ihre Nieren durch eine angeborene Erkrankung komplett aufgehört zu arbeiten. Für sie hieß es dann: Ein halbes Jahr lang viele Stunden in der Woche bei der Dialyse rumsitzen und warten, dass ihr Blut immer wieder komplett "durchgewaschen" wird. Leider hat ihre neue Niere auch ein "Ablaufdatum". In etwa 15 Jahren wird sie deshalb wieder auf eine Organspende angewiesen sein.

Eine Spende von Papa, die abgestoßen wurde - und dann?

Wer weiß, ob Rebecca (23 Jahre) ohne ihren Onkel noch leben würde. Bei Rebecca liegt das Problem mit ihrer Leber auch in den Genen. Sie wurde mit einem Gendefekt geboren. Mit 13 Jahren wurde ihr eine neue Leber transplantiert. Sie hat eine Lebendspende von einem Teil der Leber ihres Vaters bekommen. Ihr Körper hat das Organ nicht richtig angenommen, sondern abgestoßen. Deshalb brauchte sie noch eine Transplantation, hat aber niemanden über die Warteliste gefunden. Zum Glück gab es da aber ihren Onkel. Als sie 16 Jahren alt war, hat er ihr einen Teil seiner Leber gespendet.

Stolze Narbenträgerin mit Corona-Vorsicht

Über ihren Bauch ziehen sich zwei riesige Narben von den Transplantationen - , wie eine Spiegelung ihres Rippenbogens. Rebecca trägt sie mit Stolz und zeigt sie auf ihrem Instagram-Account gern. Mittlerweile geht es ihr sehr gut - auch wenn sie häufiger müde ist als andere Menschen, oder schneller erschöpft. Die Corona-Zeit ist für sie besonders heikel, denn sie gehört zur Hochrisikogruppe. Rebecca ist es besonders wichtig, dass Menschen die Scheu vor dem Thema verlieren. "Organspender sind Helden.", sagt sie. Das will sie mit ihrer Geschichte zeigen. Wenn ihr mehr wissen wollt, besucht ihren Blog lebenmit3lebern.

Fast 10.000 Menschen in Deutschland warten auf ein Spenderorgan

Ein Spender kann mit seiner Organspende bis zu sieben Menschenleben auf einmal retten. Spendbare Organe sind zum Beispiel Herz, Lunge, Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse und Darm. Bei Geweben sind es zum Beispiel Haut und Augen, also die Netzhaut. Checkt mal organspende-info.de. Da gibt es alle wichtigen Infos und ihr könnt euch sogar easy euren eigenen Organspendeausweis ausdrucken oder auch ganz praktisch als stabile Karte in EC-Kartengröße zusenden lassen.

Auch ein "Nein" zur Organspende hilft Menschen - euren Liebsten!

Was viele nicht wissen: Auf einem Organspendeausweis könnt ihr auch ankreuzen, dass ihr nicht spenden wollt. Damit schützt ihr eure Familie, sollte euch mal etwas Schlimmes passieren. Denn dann muss die nicht entscheiden, was mit euch passiert, wenn ihr hirntot seid. Ihr könnt aber auch sagen, dass bestimmte Organe oder Gewebe nicht gespendet werden sollen.

Ihr habt immer mehr Bock zu spenden!

In Deutschland werden aktuell viel mehr Organspendeausweise bestellt als im Vorjahr und die Krankenkasse Barmer hat herausgefunden, dass 43 Prozent der 18- bis 25-Jährigen Bock haben zu spenden. Insgesamt stehen immer mehr Menschen, mittlerweile 84 Prozent der Deutschen, einer Organspende generell positiv gegenüber. Das hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in einer repräsentativen Umfrage 2019 herausgefunden.

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