Ein Ausschnitt aus der Netflix-Serie "Wir sind die Welle". Fünf Jugendliche liegen auf dem Boden einer Müllverbrennungsanlage. (Quelle: Netflix/Bernd Spauke)
Bild: Netflix/Bernd Spauke

- "Wir sind die Welle"

Ein Lehrer, der seinen Schülern zeigen will, wie schnell totalitäre Strukturen entstehen, darum ging es in dem Roman "Die Welle". Davon inspiriert wurde jetzt eine Serie.

1967 ging ein Lehrer in Kalifornien mit seinen Schülern ein soziales Experiment ein und wollte damit vor faschistischen Bewegungen warnen. Diese Geschehnisse hat Morton Rhue in seinem Roman "Die Welle" verarbeitet. 

Was als Buch funktioniert hat, hat 2008 auch im deutschen Kino Erfolge gefeiert. Regisseur Dennis Gansel findet das Thema noch immer spannend und relevant und hat jetzt die Geschichte als Serie weitergesponnen.

Der Traum von einer besseren Zukunft

Es geht wieder um Gruppendynamik und um die Manipulation einer Jugendgruppe - dieses Mal aber aus der Gruppe selbst heraus. Eine Handvoll Schüler eines Gymnasiums werden angeführt von einem neuen Mitschüler. Sie haben den Traum von einer besseren Zukunft und beschließen genau dafür etwas zu tun.

Trailer

   

Verschiedene Protestaktionen

Die Jugendlichen, die bisher größtenteils Außenseiter waren, planen verschiedene Aktionen, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Diese Aktionen sollen zum Beispiel in einem Schlachthof, in einer Müllverbrennungsanlage oder einem SUV-Autohaus stattfinden. Außerdem wollen sie eine Waffen-Fabrik überfallen und einen Politiker der Partei "NfD", angelehnt an die AfD, attackieren.

Ein Ausschnitt aus der Netflix-Serie "Wir sind die Welle". Ein Junge zeigt ein schwarzes Welle-Zeichen auf seinem Arm. (Quelle: Netflix/Bern Spauke)

Verfremdeter Kontext

Die Serie hebt sich von dem Kontext der Welle ab. Im Original geht es darum Gruppendynamiken und totalitäre Strukturen zu entlaven - und ganz klar um Rechtsextremismus. In der Serie "Wir sind die Welle" sind es aber anarchistische Strukturen, die aus dem Ruder laufen.

Mehr Bedeutungsumkehr als Adaption

Die Gruppendynamik ist da, aber die Jugendlichen müssen sich in ihren neuen Rollen noch finden: Wer der Anführer ist, wie man mit Konflikten innerhalb der Gruppe umgeht und wie weit jeder Einzelne bereit ist, für die Bewegung zu gehen.

Während das alles ausgelotet wird, kriminalisiert der Regisseur die Jugendlichen durch ihr Handeln und das eigentliche Konzept der Welle wird umgedreht. "Wir sind die Welle" ist mehr Bedeutungsumkehr als Adaption, die dann auch noch sehr lange braucht, um überhaupt in die Gänge zu kommen.

Ein Ausschnitt aus der Netflix-Serie "Wir sind die Welle". Fünf Jugendliche haben sich Masken aufgesetzt. (Quelle: Netflix/Bernd Spauke)
Bild: Netflix/Bernd Spauke

Interview mit Regisseur Dennis Gansel

"Wir sind die Welle" ist ab dem 01. November auf Netflix. Aber Ihr könnt auch gern was anderes gucken. Was es zum Beispiel Neues bei den Spoilsusen gibt - unserem Fritz Film-und Serienpodcast. Unter anderem hört Ihr da ein Interview mit dem Regisseur von "Wir sind die Welle", in dem Fritzin Anna Wollner ihn auch mit ihrer Kritik konfrontiert.

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