Dendemann ist in schwarz-weiß vor einer Wand zu sehen. (Quelle: Universal Music)
Bild: Universal Music

- Dendemann "Da nich für!"

Das Warten hat sich gelohnt!

Fritz meint:

Dendemann - Für die einen ist er schon dank den Armen Rittern und Eins, Zwo seit den Neunzigern einer der Deutschrap-Helden, während andere ihn nur als den Showmusiker aus Neomagazin Royale kennen.

Denn "Vom Vintage verweht", das letzte Album von ihm, ist jetzt fast neun Jahre alt. Trotzdem will er es noch einmal wissen und meldet sich mit "da nich für!" zurück. Ob Dendemann den hohen Erwartungen gerecht wird, oder es besser gelassen hätte, hat FritzReporter Hagen Terschüren herausgefunden.

Ein Liebesbeweis an den Hip-Hop

Beinahe neun Jahre - nach so langer Zeit stellt sich schon die Frage, warum er überhaupt noch ein Album macht. Die Antwort liefert Dendemann aber zusammen mit den Beginnern auf dem Song "BGSTRG",in dem sie über ihre Liebe zum Hip-Hop rappen.

Und genau diese Liebe hört Ihr "da nich für!" auch an. Das ist kein aufgewärmter Scheiß, um noch einmal Geld abzugreifen, sondern eine komplette Neuerfindung von dem, was Dendemann ist. Für die Beats hat er sich die Krauts in Haus geholt, die auch für den Sound von Peter Fox und Marteria mitverantwortlich sind. Die haben das Kunststück geschafft, ein Album zu produzieren, dass super abwechslungsreich klingt und trotzdem wie aus einem Guss wirkt.

Inhalt statt Wortakrobatik

Außerdem wurde die Wortakrobatik krass zurückgefahren, um Inhalten mehr Platz einzuräumen. Und auch dafür gibt es einen guten Grund: Dendemann wird auf dem Album politischer als er jemals war.

Haltung ist ein Thema, das sich durchs ganze Album zieht. Von der ersten Single "Keine Parolen" über "Zeitumstellung" mit Beatsteaks-Frontmann Arnim bis zu "Müde" bekommen gerade Rechte und der Zustand des Landes ordentlich einen vor den Latz - natürlich mit Dende-typischer Wortgewalt. Aber er stellt sich nicht nur gegen Rechts, sondern auch gegen die Neoliberalisierung der Gesellschaft.

Mix aus Spaß und Ernst

Aber keine Sorge, Spaß ist natürlich nicht verboten. Der Mix von ernsten Themen und reiner Unterhaltung wie "Littbarski" ist ausgewogen und Ihr fühlt Euch nie erdrückt.

Man kann sich nur vorstellen, wie groß der Druck war, der nach so einer langen Pause auf Dendemann lag - aber trotzdem hat er mit "da nich für!" ein Album geliefert, das im Zweifel auch die nächsten neun Jahre nicht langweilig werden dürfte.

Der Rapper gehört also noch lange nicht zu den alten Eisen und wir hoffen mal stark, dass wir nicht wieder so lange auf mehr warten müssen.

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