Eine Hand nach oben gestreckt vor lilablauem Hintergrund (Quelle: Flow Records)
Bild: Flow Records

- SKYGGE "Hello World"

Komponiert von künstlicher Intelligenz

Fritz meint:

Deepfakes sind so was von vorletzte Woche. Der neue heiße Scheiß nach Faceswapping ist von künstlicher Intelligenz produzierte Musik. Zumindest wenn es nach dem Wunsch von SKYGGE geht. SKYGGE ist das Pseudonym von Benoit Carré. Und der hat sich zusammen mit anderen Musikern wie Stromae ins Studio eingeschlossen und mithilfe der Software "Flow Machines" das Album "Hello World" erstellt. FritzReporter Hagen Terschüren hat es für uns angehört.  

Erstaunlich durchhörbar

Das Beeindruckendste beim ersten Hören von "Hello World" ist auf jeden Fall, dass es nicht heraussticht. Was für die meisten Alben ein Todesstoß ist, ist als Technik-Demonstration wirklich unglaublich. Hier hat ein Computer Musik komponiert, die am Ende wie ganz normale Popmusik klingt.

Das ganze System funktioniert, indem der "Flow Machines"-Software Notenblätter zur Inspiration gegeben werden und am Ende ein neues Notenblatt im selben Stil herausfällt. Dann machen sich SKYGGE und seine Mitmusiker daran, dem Song seine finale Struktur zu geben. Die KI spuckt also einen Rohdiamanten aus, der dann noch geschliffen werden muss.

Klingt cool und gruslig zugleich

Beim Schleifen brauchen die Menschen dann auch mehr Übung als die Software. Denn "Hello World" hört man seinen Status als Experiment durchaus an. Es ist mehr ein Sampler als ein Album, weil mit so vielen verschiedenen Stilen gearbeitet wird. Und manchmal hat man das Gefühl, dass die Musiker selbst überrascht waren, wie menschlich das alles klingt. Darum haben sie dann ihre eigenen Stimmen mit Effekten überladen.

"Hello World" ist erst der Anfang. Das macht auch schon der Titel klar, der eine Anspielung auf die ersten Schritte beim Programmierenlernen ist. KI-generierte Musik ist da und wir werden in Zukunft noch viel von ihr hören.  

VÖ: 12.01.

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