Auf dem CD-Cover von N.E.R.D.s Platte "No One Ever Really Dies" sieht man eine rausgestreckte Zunge (Foto: Sony Music)
Sony Music
Bild: Sony Music Download (mp3, 2 MB)

- N.E.R.D. "No One Ever Really Dies"

Gute Beats, aber erzwungene Message

Fritz meint:

Die Musik von N.E.R.D. war schon immer ein Crossover aus irgendwie allem, was kommerziellen Erfolg verspricht. Und auch auf ihrem fünften Studioalbum "No One Ever Really Dies" clashen Pop, Indie, R’n’B, Rock, Funk und Hip-Hop wieder hektisch aufeinander. Hohe Geschwindigkeiten und eine teilweise zu sehr erzwungene tiefe Message, prägen dieses Comeback.

Politische Tracks

Tracks gegen Trump und rassistische Polizeigewalt in den USA sind in dieser Zeit zwar absolut notwendig und richtig, aber über ein Jahr nachdem Trump zum Präsidenten gewählt wurde, bekommen N.E.R.D. dafür nun auch keinen Preis mehr in der Kategorie "Neuheit".

Leider schrammen die Texte auf "No One Ever Really Dies" hart an der Grenze zur Belanglosigkeit - wären da nicht die Feature-Parts von Rihanna, deren lässiger Rap ihr neben dem Titel "Pop-Princess" auch noch Anerkennung in der Rapszene sichert.

N.E.R.D. und Rihanna – "Lemon"

Gute Features

Und dann ist da natürlich noch Kendrick Lamar und der Song "Don't Don't Do It". Der Song beschreibt die Gedanken, die schwarzen US-Amerikanern bei einer simplen Polizeikontrolle durch den Kopf gehen. Wie zum Beispiel: "Sie werden mich eh drankriegen".

Lamar kanalisiert auf dem Track seine Wut darüber, dass junge schwarze Amerikaner auf dem Tisch des Gerichtsmediziners landen, dass zwar rassistische Gesetze abgeschafft wurden, die Gesellschaft aber rassistisch bleibt. Und N.E.R.D. verpacken diese Wut in einen fluffigen Beat, der fast einen Feel-Good-Song vermuten lässt, bis sich das düstere Thema des Songs dann aber doch auch im Sound widerspiegelt. Insgesamt wirken die politischen Statements auf der Platte aber leider eher wie Floskeln. Schade.

VÖ: 15.12.17

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