Joker steht auf einem Treppenabsatz und richtet den Kopf Richtung Himmel. (Quelle: Warner Bros./Niko Tavernise)
Bild: Quelle: Warner Bros./Niko Tavernise

- "Joker"

Kurz nach Kinostart knackte die Comicverfilmung in den USA Rekorde - trotz gewaltverherrlichender Inhalte. FilmFritzin Anna Wollner hält "Joker" dennoch für ein Meisterwerk.

Fritz meint:

Die Meinungen zu "Joker" spalten sich ziemlich genau in zwei Lager: Die, die den Film für gewaltverherrlichenden, brutalen Mist halten und die, für die er ein krasses Meisterwerk ist. FilmFritzin Anna Wollner gehört zur zweiten Gruppe und das nicht nur, weil sie immer noch eine Gänsehaut bekommt, wenn sie an "Joker" denkt.

Joker auf neuem Niveau

Im neuen Film über Batmans Feind ist es Joaquin Phoenix, der den Joker in Todd Philipps Geschichte auf ein ganz neues und auch komplett anderes Niveau bringt. Der Film spielt Ende der 70er-, Anfang der 80er-Jahre, in einem Gotham City, in dem die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht.

In diesem düsteren Setting ist es nicht etwa Bruce Wayne aka Batman, mit dem sich Arthur Fleck aka Joker herumschlagen muss, sondern dessen Vater Thomas Wayne, der dort als Bürgermeister kandidiert. Doch auch Arthurs großes Vorbild, der Talkmaster Murray Franklin (gespielt von Robert De Niro), mag ihn nicht und macht sich über seinen Auftritt bei einer Stand-up-Comedy-Show lustig.

Trailer

Wahnsinn statt Liebe

Dabei will der Mann mit der Zwangsstörung des plötzlichen Lachens einfach nur geliebt und wahrgenommen werden. Er bekommt das Gegenteil, wird herumgeschubst, getreten und verliert durch Kürzungen im Sozialsystem auch noch den Anspruch auf seine Psychotherapie. Weil er dadurch auch seine Medikamente nicht mehr bekommt, verliert Arthur immer mehr den Verstand und wird schließlich, getriggert durch einen Pöbelangriff in der U-Bahn, zum Joker.

Joker sitzt vor dem Spiegel und zieht eine Grimasse. (Quelle: Warner Bros./Niko Tavernise)

Ein Film zum Fürchten

Mit "Joker" zeichnet Regisseur Philipps das Psychogramm eines Wahnsinnigen. Es ist keine klassische Comicverfilmung, sondern vielmehr ein Kommentar auf die Verrohung der Gesellschaft. "Joker" ist ein Film, der einem das Fürchten lehren will - und macht das auch mit Bravour. Mit einer Figur, die weder Held noch Antiheld ist, sondern an den gesellschaftlichen Verhältnissen zerbricht.

In fratzenhaften Joker verwandelt

Für die Rolle hat Joaquin Phoenix 25 Kilo abgenommen. Seine Figur läuft nicht, sie schlurft, die Schulten verdreht, die Knochen stechen hervor, die Augenringe sind klar erkennbar. Neben den Körperlichkeiten ist aber natürlich das gruselige Lachen das markanteste Merkmal. Phoenix spielt diese Rolle so wahnsinnig gut, dass er sich zu Recht Hoffnungen auf einen Oscar machen kann. "Joker" ist nicht nur die beste Comicverfilmung des Jahres, sondern auch einer der besten Filme des Jahres überhaupt.

Übellaunig im Interview

Warum ein Interview mit Joaquin Phoenix aber nicht unbedingt ein Zuckerschlecken sein muss, hört Ihr bei den Spoilsusen, unserem Fritz Film- und Serienpodcast. Anna hat Phoenix zum Interview getroffen und so viel können wir spoilern: Seine Laune war nicht die beste. Hört mal rein!

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1 Kommentar

  1. 1.

    Konnte den Film in der preview sehen- bekommt 4 von 5 Sterne!

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