Junge mit einer Perücke und Damenhandtasche (Foto: Julia Terjung/UFAFICTION)
Bild: Julia Terjung/UFAFICTION

- Der Junge muss an die frische Luft

Hape Kerkelings Kindheit

Fritz meint:

Hape Kerkeling kennen wir alle: Von "Witzigkeit kennt keine Grenzen!", "Kein Pardon" oder einfach nur "Hurz". Oder weil wir "Ich bin dann mal weg" als Buch gelesen oder den Film gesehen haben. Jetzt kommt ein neuer Film über den großen deutschen Entertainer ins Kino. "Der Junge muss an die frische Luft". Eine wunderbare Tragikomödie!

Kindheit mit einer depressiven Mutter

"Der Junge muss an die frische Luft" zieht ganz viel Situationskomik aus seinem Setting: Wir befinden uns im Ruhrgebiet, 70er Jahre. Caroline Link hat die Zeit liebevoll und originalgetreu rekonstruiert, inklusive Spitzentischdecke und Eierlikör.

Heiterkeit und Traurigkeit kommen gleichermaßen in der Geschichte vor. Die Familie von Hans Peter Kerkeling ist verschroben, aber auch herzensgut. Der Vater oft auf Montage, die Großeltern wie aus dem Bilderbuch, der ältere Bruder oft genervt, aber die Mutter (großartig gespielt von Luise Heyer) schwer depressiv.

Horst Schlämmer beim Schultheater

Hape hat versucht, seine Mutter zum Lachen zu bringen, und entwickelte deshalb schon früh ein Gespür für sein komödiantisches Talent. Mit Figuren wie der schwebenden Jungfrau von Wuppertal oder dem Hausmeister - eine Frühform von Horst Schlämmer - beim Schultheater hat Kerkeling die Lacher immer auf seiner Seite. Auch wenn sich seine Mutter früh das Leben genommen hat. Der Film schafft es, all das absolut rührend zu erzählen.

Perfekt besetzt

Der junge Hape wird gespielt vom zehnjährigen Julius Weckauf in seiner ersten Kinorolle - eine große Entdeckung. Mit feiner Beobachtungsgabe kopiert er die Erwachsenen und bringt er den jungen Hape Kerkeling auf die Leinwand, in einer Perfektion bis hin zum Dialekt.

"Der Junge muss an die frische Luft" ist zugleich Milieustudie und Familienporträt. Lustig, traurig, aber immer der richtige Ton. Ein Film voller Herzenswärme, Menschlichkeit und Humor. Deswegen gibt es auch vier von fünf Fritzen. Oder wie Hape Kerkeling sagen würde: Hurz!

Mehr Kino

RSS-Feed

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
noch 500 Zeichen
*Pflichtfelder

Fürs Kommentieren gibt's bei uns Regeln. Und die sind zum Einhalten da:Richtlinien für Kommentare

Auch auf fritz.de

RSS-Feed