Zu sehen ist Bumblebee aus dem gleichnamigen Film im Wald. (Quelle: Paramount Pictures)
Bild: Paramount Pictures

- "Bumblebee"

Frischzellenkur im 80er Jahre Chic

Fritz meint:

Ein Haufen Schrott. Das war - um es auf den Punkt zu bringen - der letzte Film der Transformers-Reihe unter der Regie von Michael Bay. Der Trash-Regisseur versenkte in "Transformers – The Last Knight" in einem zusammenhangslosen Drehbuch Millionen von Special-Effects und Dollar. Er hinterließ mehr als einen Blechschaden am bis dahin so erfolgreichen Franchise, um die zu Autos werdenden Roboter Optimus Prime und Co.

Ein Glücksgriff, dass die Vorgeschichte, die mit „Bumblebee“ jetzt erzählt wird, mehrere Gänge runterschaltet. Statt 217 Millionen Dollar gab es nur knapp 100 Millionen Dollar Budget und auf dem Regiestuhl hat Bay Platz gemacht für den Stop-Motion-Experten Travis Knight.

Eine Heldin, die mehr ist als schmuckes Beiwerk

Mit dem wundervoll animierten "Kubo – der tapfere Samurai“ hat Knight zuletzt ein Gespür für Details und eine ausbalancierte Geschichte bewiesen. Weniger ist bei "Bumblebee" wirklich mehr, denn Knight reduziert nicht nur die nervigen CGI-Schlachten aufs Nötigste, sondern legt vor allem gemeinsam mit Drehbuchautorin Christina Hodson Wert auf eine Geschichte, die mehr ist als sprechende Autos, Frauen in kurzen Tops und ausufernde Actionszenen.

Heldin(!) ist die 18-jährige Charlie, mit dem Schraubenzieher genauso gewandt wie mit dem Mundwerk, nicht übersexualisiert, sondern sogar bekleidet und nicht nur schmuckes Beiwerk für die Story, sondern Hauptfigur. Ein alter, verrostet gelber VW-Käfer, den sie sich selbst wieder flott machen will, entpuppt sich als Autobot.

80er Jahre Retro-Chic

Ein Transformer, auf die Erde geflüchtet, um hier eine Basis für den Wiederstand gegen die Decepticons aufzubauen. Gejagt nicht nur von den furchteinflößenden Robotern, sondern auch vom amerikanischen Militär. Das Grundgerüst für eine Freundschaft zwischen jungem Mädchen und Autobot.

Mit viel 80er Jahre Retro-Chic, Filmen wie "E.T." oder "Herbie" im Geiste, Musik und Liebe zum Detail erzählt der Film die Coming-of-Age Geschichte einer jungen Frau und degradiert die Männer zur Nebensache. Der Film ist mehr Spielberg als Bay und vor allem keine sinnlose Orgie. Fast schon ein Roboter-Familienfilm. Eine Frischzellenkur, die das Franchise bitter nötig hatte.

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