In blutiger Schrift seht Ihr den Titel des neuen Buches "Kill Em All" (Quelle: Heyne Verlag)
Bild: Heyne Verlag

- "Kill 'Em All"

Düster, eiskalt und fesselnd

Fritz meint:

Der Protagonist Steven Stelfox aus "Kill Your Friends" war schon in den Neunzigern eine echte Größe im Musikbusiness. Er war immer auf der Suche nach dem nächsten Hit, aber was dann aus den Künstlern wurde, war ihm ziemlich egal. In seinem Job ging er wortwörtlich über Leichen.

Jetzt, zehn Jahre später, erscheint der Nachfolger des Romans. In "Kill 'Em All" zieht uns der Autor wieder in die Abgründe seines Protagonisten Steven Stelfox. FritzReporterin Bettina Brecke hat das Buch gelesen.

20 Jahre später

Die erste Frage, die Ihr Euch sicherlich stellt: Ist Steven Stelfox im neuen Thriller immer noch der Alte? Die Antwort: Eigentlich schon, nur dass er keine Drogen mehr nimmt und gemäßigt Alkohol trinkt.

Das Buch spielt genau 20 Jahre nach "Kill Your Friends". Es ist 2017, Stelfox ist also inzwischen Mitte 40. Er ist verdammt reich, arbeitet nur noch als Berater oder Casting-Juror und vertreibt sich seine Langeweile damit, noch mehr Geld zu scheffeln.

Stelfox soll Michael-Jackson-Abklastsch retten

Die Story des Buches dreht sich darum, dass Stelfox um Hilfe von einem Plattenlabel gerufen wird, weil deren Superstar Schwierigkeiten macht. Dieser Musiker heißt Lucius Du Pre und ist im Prinzip ein Michael-Jackson-Abklatsch.

Er ist berühmt geworden als Kind, wurde von seinem Vater misshandelt, lebt jetzt mit 50 auf einer Ranch mit dem Namen "Narnia" und hat zahlreiche Operationen hinter sich. Das Krasse ist: Lucius Du Pre vergeht sich an kleinen Kindern. Davon gibt es jetzt Video-Aufnahmen, mit denen er erpresst wird. Und Stelfox soll das nun gerade biegen.

Düster und eiskalt

Definitiv also wieder eine düstere Story, die eiskalt von John Niven erzählt wird. Dieses Buch ist voll mit Arschlöchern. Seien es der skrupellose Steven Stelfox, die Eltern des misshandelten Kindes, die daraus Profit schlagen wollen, oder diese kranke Gestalt von Popstar. Das Ganze ist, eingebettet vor dem Hintergrund von Brexit und der Amtseinführung Donald Trumps, wie mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen.

Fesselnde Anti-Helden

Wenn Ihr den Autoren kennt und mögt, dann werdet Ihr auch von dem neuen Buch nicht enttäuscht. Ja, Ihr lasst Euch auf einen wirklich dunklen Roman ein - aber bei John Niven solltet Ihr Euch einfach zurücklehnen und die Geschichte geschehen lassen.

Auch wenn Ihr an manchen Stellen tief durchatmen müsst. Ihr wollt garantiert trotzdem wissen, ob Stelfox diesen gefallenen Popstar retten kann und ob da nicht mal irgendwer auf die Schnauze fliegt und für seine Untaten bestraft wird.

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