Die beiden Schauspieler Frederick Lau und Kida Ramadan stehen mit unterschiedlichen Fußballschals im Stadion und lachen. (Foto: imago|Jan Huebner)
Bild: imago|Jan Huebner

- "Zusammen sind wir Könige"

Ehrlich und total nahbar

Fritz meint:

Auf der Leinwand sind sie oft harte Typen. Sie spielen Polizisten, Clanmitglieder, Gangster. Zum Beispiel bei 4 Blocks. Da stehen Frederick Lau und Kida Ramadan zusammen vor der Kamera. Dass die beiden privat aber viel mehr sind als gefühllose Gangster beschreiben sie in ihrem Buch "Zusammen sind wir Könige - Was Männer zu Freunden macht". FritzReporterin Meili Scheidemann hat es gelesen.

Echte Gefühle

"Was Männer zu Freunden macht?" Na dann erzählt mal, Männer! Ja. Bei diesem Titel erwartet man protzige Texte, viel Stolz und eitle Tipps für Männerfreundschaften. Was Ihr bekommt, ist aber alles andere als das: Ihr lernt zwei Männer kennen, die ausnahmsweise mal keine Rolle spielen. Die offen über ihre Gefühle sprechen. Über ihre Gefühle zueinander:

"Aus irgendeinem Grund habe ich mich halt auf ihn eingeschossen, denn dieser Typ hat was an sich, das ich mag, ohne es näher erklären zu können. Ich muss einen Menschen nicht dreißig Jahre kennen, um ihn zu lieben. Für Freddy verspüre ich bereits jetzt eine große Sympathie. Wie der vorhin zwischen uns saß und uns bei unserem Bayern-Talk zugehört hat... Ich konnte richtig sehen, wie er innerlich am Abkotzen war."

Verbindender Humor

Abwechselnd erzählen Frederick Lau und Kida Ramadan die Geschichte ihrer Freundschaft nach. Ein Kapitel aus der Sicht von Freddy, ein Kapitel aus der Sicht von Kida. Sie erzählen chronologisch. Da ist zum Beispiel das Kennenlernen: Freddy hatte sich das Handy von einem Regisseur geschnappt und Kida eine dreiste SMS geschickt. Die beiden verarschen sich gerne, haben den gleichen Humor. Sind aber genau so emotional miteinander. Sie weinen füreinander, passen auf sich auf. All das erzählen sie mit ihren Worten.

"Kida schaut mich fragend an. "Meinst du ich kann das tragen?" Ich gehe ein paar Schritte auf ihn zu und betrachte ihn von Kopf bis Fuß. Tatsächlich finde ich die Hose zu eng, deshalb sage ich: "Du kannst echt alles tragen, Dicker, du darfst damit nur nicht vor die Tür gehen".

Tiefe Einblicke ins Privatleben

Wenn Ihr "Zusammen sind wir Könige" lest, fühlt es sich an, als würdet Ihr mit den beiden in ihrem Stammcafé in Kreuzberg sitzen und ihren Storys zuhören. Denn was an diesem Buch gut funktioniert, ist das Schlüssellochprinzip. Fast beiläufig geben die beiden tiefe Einblicke in ihr Leben. Es geht um Freddys Kindheit in Steglitz, um Kidas Zeit bei der Bundeswehr und um das Gefühl gemobbt zu werden.

Dabei sind sie ehrlich, nahbar und vielleicht auch ein bisschen stolz auf sich selbst. Aber das können sie auch sein.

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