Haus auf dem Cover des Buches (Foto: dtv)
dtv
Bild: dtv Download (mp3, 4 MB)

- "Kleine Feuer überall"

Familienkrach im Vorort

Fritz meint:

Celeste Ng schreibt ein Buch und kurz danach ist es ein Bestseller. Die US-amerikanische Autorin hat mit ihrem ersten Roman "Was ich euch nicht erzählte" über eine amerikanisch-chinesische Familie Mega-Erfolg gehabt, jetzt ist ihr zweites Buch erschienen.

Es heißt "Kleine Feuer überall". Auch da geht’s um Familien in den USA. Fritz-Reporterin Meret Reh hat sich das Hörbuch vorgenommen, das von rbb-Moderatorin Britta Steffenhagen gesprochen wird.

Spannender Einblick in die US-Gesellschaft

Celeste Ng stellt in kurzweiliger Sprache und mit viel Witz spannende Fragen, zum Beispiel: Braucht ein Kind seine Mutter - oder ist es andersrum? Die Geschichte ist herrlich verstrickt. Jede Person ist mit dem Schicksal oder dem Geheimnis einer anderen Figur verbunden.

Der Roman spielt in Shaker Heights, einem gestriegelten Vorort in Ohio in den USA. Ein Stück Himmel auf Erden. Die Story beginnt weniger gesittet - nämlich mit einem Riesenknall. Das Ende der Geschichte ist hier die Einstiegsszene. Die Richardsons stehen vor ihrem Haus, das lichterloh brennt

Verschiedene Lebensentwürfe und Werte

Die Richardsons, vor allem Mutter Elena, verkörpern diesen Ort: Gardine passt zur Tischdecke, sie ist zielstrebig, werteorientiert, weiß immer was richtig und falsch ist. Ihr Leben scheint perfekt. Diese Fassade beginnt aber zu bröckeln. Denn Izzy, die rebellische Tochter, das schwarze Schaf, ist durchgedreht und hat Feuer gelegt.

Warum Izzy ausgerastet ist, gilt es in rund elf Stunden Hörbuch herauszufinden. Ohne zu viel zu verraten: Es hat mit der neu zugezogenen Familie zu tun. Mia Warren, eine alleinerziehende Mutter und ihre Tochter. Mia ist Künstlerin, lebt unkonventionell, chaotisch, ist ein Freigeist. Zwischen den beiden Familien entwickeln sich enorme Anziehungen. Die Töchter wollen jeweils zur anderen Mutter gehören und bewundern deren Lebensstil.

Was macht eine Mutter aus?

Die dritte Familie im Buch ist ein weißes, wohlhabendes Ehepaar, das ein chinesisches Kind adoptieren und es damit der leiblichen Mutter wegnehmen will. Thematisiert wird die Frage, ob sich ein asiatisches Kind in einer amerikanischen Familie identifizieren kann und ob ein wohlhabendes, sicheres Leben wichtiger ist als die eigene Kultur zu wahren. Und es geht auch darum, was einen zur Mutter macht: Biologie oder Liebe?

Diese Konflikte spalten nicht nur die Gemeinde in Shaker Heights. Auch der Hörer muss sich damit auseinandersetzen. Bei Celeste Ng gibt es kein klares Gut und Böse oder Richtig und Falsch. Das ist sehr erfrischend!

Mehr Bücher

RSS-Feed

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
noch 500 Zeichen
*Pflichtfelder

Fürs Kommentieren gibt's bei uns Regeln. Und die sind zum Einhalten da:Richtlinien für Kommentare

Auch auf fritz.de

RSS-Feed