Cover des Buchs "Fire and Fury" mit einem Bild von Donald Trump (Foto: dpa)
dpa
Bild: dpa Download (mp3, 2 MB)

- "Fire and Fury"

Hinter den Kulissen des Weißen Hauses

Fritz meint:

Lügen, Macht, Intrigen: "Fire and Fury" schlägt momentan große Wellen. Autor Michael Wolff hat mit engsten Trump-Vertrauten gesprochen und durfte sich innerhalb des Weißen Hauses frei bewegen. Doch was liefert das Buch tatsächlich? Weil die deutsche Version erst Ende Februar erscheint, hat sich FritzReporter Hagen Terschüren schonmal ein englisches Exemplar geschnappt und für uns gelesen.

Aus Versehen Präsident

Der wohl wichtigste rote Faden von "Fire and Fury" ist, dass selbst die engsten Vertrauten und Berater ihren Präsidenten für unfähig halten. Die unausgesprochene Übereinkunft aller im Wahlkampf soll gewesen sein: Donald Trump würde ohnehin nicht Präsident werden, und das wäre vermutlich sogar das Beste.

Die ganze Nummer sollte eigentlich nur als Werbekampagne dienen, um die Karrieren der Beteiligten zu beschleunigen. Doch selbst diese Werbekampagne wollten seine Vertrauten Trump nicht überlassen. Im Buch erfahren wir, dass Trumps Berater ihn schon im Wahlkampf für ihre Zwecke manipuliert haben. Für "House of Cards"-Fans gibt's hier also reichlich Stoff.  

Fiese Machenschaften

Doch auch "Berlin Tag und Nacht"-Fans kommen in "Fire and Fury" nicht zu kurz. Da wäre zum Beispiel die Geschichte darüber, wie Donald Trump die Frau eines Freundes ins Bett bekommen wollte.

Trump ließ den Freund in sein Büro bestellen und fing mit dem für ihn mehr oder weniger typischen Geplänkel über Sex an. "Hast du noch gerne Sex mit Deiner Frau? Wie oft? Du musst doch aber schon einen besseren Fick als deine Frau gehabt haben? Erzähl mir davon!"

Dann bot er ihm an, gemeinsam mit ihm Sex mit Prostituierten zu haben. Währenddessen würde Trump die Ehefrau seines Freundes per Freisprechfunktion zuhören lassen.

Infotainment in Buchform

Das alles passiert schon vor der Wahl, doch auch im Weißen Haus selbst ereignen sich Dinge, die selbst erfahrene Politiker schockieren. Reince Priebus, der inzwischen ehemalige Stabschef, stellte alamiert fest, wie oft Trump Leuten spontan Jobs angeboten hat. Leute, die er oft noch nie vorher getroffen hatte und die er für Positionen vorsah, deren Wichtigkeit er nicht unbedingt verstanden hat.

Natürlich twittert Donald Trump sich wütend die Finger wund, während Michael Wolff sagt, dass alles in "Fire and Fury" stimmt. Ein wenig Skepsis ist auf jeden Fall angebracht, denn Wolff hat den Ruf Unterhaltung über exakte Berichterstattung zu stellen. Wer sich von vielen Zeitsprüngen und mehr Darstellern als "Herr der Ringe" nicht abschrecken lässt, bekommt hier auf jeden Fall einen unterhaltsamen Einblick ins Weiße Haus. Zumindest bis man sich erinnert, dass der Protagonist Zugang zu Atomwaffen hat.
 

Mehr Bücher

RSS-Feed

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
noch 500 Zeichen
*Pflichtfelder

Fürs Kommentieren gibt's bei uns Regeln. Und die sind zum Einhalten da:Richtlinien für Kommentare

Auch auf fritz.de

RSS-Feed