Eine junge Frau hält ein Smartphone in der rechten Hand, ihre Tasche in der linken Hand und schaut dabei erwartungsvoll. (Quelle: imago images/Westend61)
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Realtalk - 2020 voll durchstarten? Die Ausbildung zum Traumjob klarmachen? Neverever! Weil Corona. Oder doch? Wie steht's um den Ausbildungsmarkt?

In Berlin gibt es aktuell 14,4 Prozent weniger Ausbildungsstellen als noch vor einem Jahr. Und irgendwie ist das ja auch klar, die Tourismus- oder Gastronomiebranche haben zum Beispiel sehr unter der Krise gelitten. Trotzdem gibt es auch hier noch freie Stellen.

Flexibel sein

Unter Umständen müsst ihr aber bereit sein, etwas länger in der S-Bahn zu sitzen und nicht bei dem Wunsch-Betrieb zu landen. "Muss es das Restaurant nebenan sein oder kann es auch ein größeres Hotel am anderen Ende der Stadt sein? Bin ich auch bereit, in einen anderen Kiez zu gehen? Ich glaube, wenn man da an der Stelle ein bisschen die Flexibilität nach oben dreht, dann bestehen gute Chancen, dass man seinen ursprünglichen Berufswunsch auch realisieren kann", sagt Stefan Mathews von der Industrie- und Handelskammer.

Ab nach Brandenburg

Grundsätzlich gibt es auch noch einige freie Stellen zum Ausbildungsbeginn am 1. September. Nach Zahlen der Arbeitsagentur sind in Berlin aktuell mehr als 6.500 Stellen unbesetzt, allerdings suchen auch noch viele junge Leute eine Ausbildung. In Brandenburg ist die Lage entspannter: Hier gibt es rein rechnerisch momentan sogar noch mehr freie Lehrstellen als Bewerberinnen und Bewerber. Es lohnt sich also auch mal über die Stadtgrenze hinaus nach einem Ausbildungsplatz zu schauen. Und wer es nicht pünktlich schafft: Eine Ausbildung kann auch nach dem 1. September noch begonnen werden.

Branchen mit Chancen

Doch nicht jede Branche leidet momentan: Für den Onlinehandel lief es zum Beispiel sogar richtig gut während der Corona-Krise. Und auch in anderen Bereichen gibt es noch viele freie Ausbildungsplätze: "Gute Chancen gibt es zum Beispiel in den Bereichen Hochbau, Gebäudetechnik, Holzbearbeitung oder -verarbeitung, im Bereich der Versicherungs- und Finanzdienstleistung", rät Matthias Loke von der Arbeitsagentur.

Ein junger Mann sitzt an einer Werkbank und arbeitet konzentriert. (Quelle: imago images/Cavan Images)

Feinoptikerin? Auch spannend!

Viele Orientierungsveranstaltungen oder Messen sind in den letzten Monaten wegen der Krise ausgefallen. Das ist besonders problematisch für Berufe, die nicht so bekannt sind – denn genau hier gibt es aktuell noch freie Ausbildungsplätze. Viele wissen zum Beispiel nicht, was genau eine Feinoptikerin macht. Und das ist schade, denn solche Berufe sind oft spannender als gedacht: "Man denkt auf den ersten Blick, da hat man irgendwas mit Brillengläsern zu tun. Das ist aber eine absolute Hochtechnologiebranche, in der Prismen und Optik für Weltraum-Applikationen und für den Einsatz in modernsten Smartphones gebaut werden", sagt Stefan Mathews.

Online informieren

Trotz Corona gibt es auch jetzt viele Möglichkeiten, sich über verschiedene Ausbildungsberufe zu informieren. In jedem Berliner Bezirk gibt es die Jugendberufsagentur, bei denen ihr euch beraten lassen könnt. Oder ihr klickt auf die Website der Industrie- und Handelskammer Berlin - da kann man unter "#Zukunftausbildung" viele Infos bekommen. Zum Beispiel gibt es bald eine virtuelle Ausbildungsmesse, auf der ihr euch über verschiedene Berufe informieren könnt. "Man ist nach zehn Jahren eigentlich nicht mehr unbedingt noch genau in dem Beruf unterwegs, in dem man nach der Ausbildung eingestiegen ist. Die berufliche Karriere entwickelt sich immer weiter", sagt Stefan Mathews. Es lohnt sich also auch nach Ausbildungsberufen zu schauen, die man erstmal nicht so auf dem Schirm hatte.

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