K.o.-Tropfen werden in einen Cocktail gegossen. (Quelle: dpa)
Bild: dpa

- K.o.-Tropfen-Schutzarmband

Warum das eine schlechte Idee ist

Seit kurzem gibt es sie in Drogerien zu kaufen: Armbänder, mit denen Ihr testen könnt, ob jemand K.o.-Tropfen in Euren Drink geschüttet hat. FritzReporterin Henrike Möller findet, dass das der völlig falsche Ansatz ist.

Ein Kommentar von Henrike Möller:

"GEIL! Ich muss keine Angst mehr haben, unfreiwillig betäubt und vielleicht sogar vergewaltigt zu werden. Endlich kann ich mich sicher fühlen…!!"
BLÖDSINN.

Blödsinn, weil die Verantwortung NIE bei den Opfern liegt, sondern bei den Tätern.

Blödsinn, weil Schnelltests wie dieses Armband nur auf eine Substanz testen können, es gibt aber viele verschiedene K.o.-Tropfen.

Und Blödsinn, weil so viel Geld mit meiner Angst verdient wird, sich aber sonst nichts ändert.

Das Problem?

Jeden Monat melden sich bei der Berliner Beratungsstelle "LARA" fünf bis zehn Frauen, weil sie vermuten, unter K.o.-Tropfen vergewaltigt worden zu sein.
Zur Anklage kommt es aber in den seltensten Fällen. K.o.-Tropfen sind nur wenige Stunden im Blut oder Urin nachweisbar.

Wer mit K.o.-Tropfen vergiftet wird, hat außerdem meistens einen totalen Filmriss und wer sich an nichts erinnern kann, ist ziemlich unbrauchbar für ein Verfahren.

Und was das Ganze noch tragischer macht: Einige Substanzen, die als K.o.-Tropfen verwendet werden, gibt es völlig legal im Internet zu kaufen – als Reinigungsmittel für Felgen oder Graffiti.

Das Gesundheitsministerium sieht aber keinen Regulierungsbedarf.

Der Gesetzgeber könnte auch von den Herstellern der Chemikalie verlangen, die Substanz einzufärben oder Bitterstoffe hinzuzufügen. Dann würde man sofort merken, wenn ein Drink damit vergiftet wurde. Macht er aber nicht. Kriminelle würden sowieso Wege finden, diese Zusatzstoffe wieder rauszulösen.

Das ist alles ziemlich frustrierend. Dieses K.o.-Tropfen-Schutzarmband müsste es nicht geben. Genauso wenig wie die ganzen anderen Anti-Rape-Produkte, die es schon gibt. Sie gehen nicht an die Ursache des Problems. Statt die Verantwortung den potenziellen Opfern zuzuschieben, brauchen wir echte Lösungen.

Das sagen Clubs und Hilfsorganisationen für Kriminalitätsopfer dazu:

  • Weißer Ring - Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer

  • ClubCommission - Vertretung der Berliner Clubs

  • Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci

  • LARA - Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an Frauen*

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