Es sind drei Unterkörper vion polizisten zu sehen, die hinter einem Absperrband stehen. Im Hintergrund sieht man niedergelegte Blumen. (Quelle: dpa/Jan Woitas)
Bild: dpa/Jan Woitas

- Anschlag in Halle

Ein Attentäter hat am 9. Oktober in Halle in Sachsen-Anhalt zwei Menschen auf offener Straße erschossen. Der Täter wurde gefasst und hat inzwischen gestanden.

Am 9. Oktober sind im Paulusviertel in der Saale-Stadt mehrere Schüsse gefallen. Der Täter hat mit Waffen und Sprengsätzen versucht, in die Synagoge zu kommen, in der anlässlich des wichtigsten jüdischen Feiertags Jom Kippur ein Gottesdienst stattfand. Er scheiterte jedoch an den Sicherheitsvorkehrungen. Danach hat er zwei Menschen in Halle erschossen und ist mit dem Auto geflohen. Durch einen Straßenunfall wurde er gestoppt, von der Polizei festgenommen und ins Krankenhaus gebracht.

Was bisher bekannt ist

Der Täter soll 27 Jahre alt sein und aus Sachsen-Anhalt kommen. Er hat seine Tat live ins Internet gestreamt, ganze 35 Minuten lang. Experten beschreiben, dass der Inhalt eine sehr verquere Weltsicht zeigt, die es bei Rechtsextremen im Moment wohl öfter gibt. Demnach führe Feminismus zu weniger Geburten, weswegen es Masseneinwanderung gäbe und die Bevölkerung sich irgendwann austauschen würde. Um das Ganze noch absurder zu machen, meinen die Extremisten, dass an allem die Juden Schuld seien. Der Täter ist also ein Mann, der Juden und Ausländer hasst, sich unbemerkt radikalisiert hat und der Polizei noch nicht bekannt war.

Der 27-jährige Mann sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof erließ am Donnerstagabend Haftbefehl gegen ihn. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm zweifachen Mord und versuchten Mord in mehreren Fällen vor.

Zwei Frauen legen Blumen nieder vor der Synagoge in Halle. (dpa/Jan Woitas)
Bild: dpa/Jan Woitas

Kritik vom Zentralrat der Juden

Die Synagoge war anscheinend nicht von der Polizei gesichert. Die Hintergründe dafür werden aktuell noch geklärt, denn eigentlich ist es Standard, dass bewaffnete Polizisten vor jüdischen Einrichtungen patrollieren. Besonders an Feiertagen.  

Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli sieht aber noch einen ganz anderen Punkt: "Ich kenne auch Jüdinnen und Juden, die mir sagen, ich weiß nicht, ob das immer noch mein Land sein kann, ob ich immernoch hier leben möchte, ob ich meine Kinder hier erziehen möchte. und ich finde in einem Deutschland nach 1945 so etwas zu hören, muss echt ein mega großes Alarmsignal für uns alle bedeuten."

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