Eine junge Frau steht hinter der Br und schaut nachdenklich in die Ferne. (Quelle: rbb/Anke Beims)
Bild: rbb/Anke Beims

- Alltagsdrogen verticken

Im neuen rbbKultur-Serien-Podcast "Dope!" verkauft die junge Vanessa Drogen an Ärzte, Rentner und chronisch Kranke. Ein Hörspiel zum Wegsuchten - im wahresten Sinne des Wortes.

Vanessa ist 27, hat ihr Grundstudium in Pharmazie abgeschlossen und überlegt einen Master zu machen. Das Problem: sie weiß nicht, wie sich die zwei weitere Jahre finanzieren soll.

Am liebsten würde sie drei Wochen nach Coasta Rica fliegen, die Kohle reicht aber nicht mal für drei Tage an der Ostsee. Um überhaupt irgendwie über die Runden zu kommen, arbeitet Vanessa in einer Kreuzberger Bar. "Jeder hat einen Traum, ja? Wirklich jeder? Weil man sonst nicht glücklich ist? Weil man sonst nichts hinterher rennen kann?", fragt sie ihren Bar-Chef Andreas. Der hat darauf keine gute Antwort, aber Kontakte in die Drogenszene. Also beginnt sie, individuell abgestimmte Drogen an Leute aus ihrem Umfeld zu verkaufen.

Wenn Rausch und Doping verschwimmen

Der neue rbb-Podcast "DOPE!" zeigt, dass Drogen längst zum Alltag vieler Berliner gehören. Koksen im Büro, Gras um die Schmerzen besser auszuhalten - die Kunden von Dealerin Vanessa sind Ärzte, Politiker, Fußballspieler, Rentner und chronisch Kranke.

Alltagsdrogen sind gefragter denn je: Methylphenidat zur Konzentrationssteigerung, Kokain zum Partymachen oder Gras zum Runterkommen. Sogar im Job wird immer häufiger mikrodosiertes LSD zur Steigerung von Kreativität oder Citalopram für mehr Leistung eingeschmissen. "DOPE!" zeigt, wie die Grenzen zwischen Rausch, Doping und Sucht immer mehr verschwimmen.

Realer Sound wie bei TV-Serien

Die Charaktere beruhen auf Recherchen und Interviews , die Autor und Regisseur Tim Staffel gemeinsam mit dem Autor und Reporter Lucas Vogelsang durchgeführt hat. Und die aufwendige Produktion klingt wie eine richtige Serie im TV. Anstelle von Aufnahmen im Studio, entstanden die meisten Szenen für "Dope!" an realen Schauplätzen im Kreuzberger Kiez. Die Dialoge werden beim Laufen zur Kneipe, Rauchen im Park oder beim Frühstück in der Küche geführt. Wenn man im Podcast ein Glas fallen hört, ist es den Sprechern in diesem Moment auch wirklich am Boden zerschellt. Das macht den Sound viel realistischer als bei einem klassischen Hörspiel.  

"DOPE!" könnt Ihr ab sofort in der ARD Mediathek oder auf itunes hören.

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