Ariana Grande in drei verschiedenen Jahren, begonnen 2018, endend 2018. Es ist zu sehen, dass ihre Hautfarbe immer dunkler wird und sich auch ihr Gesicht deutlich verändert hat. Blackfishing wird der Künstlerin vorgworfen. (Quelle: Collage Fritz/dpa)
Bild: Collage Fritz/dpa

- Blackfishing: Von wegen Schwarz

Immer mehr Influencerinnen und auch Künstlerinnen wie Ariana Grande oder die Kardashians machen einen auf Women of Color - obwohl sie keine sind. 

Ariana Grande ist aktuell wahrscheinlich der größte Popstar unserer Zeit. Aber wie das so ist: Wenn's rund läuft, bleiben auch die Hater nicht aus. Immer mehr Leute werfen Ariana Grande Blackfishing vor. Blackfishing bedeutet, dass Ariana Grande einen auf Woman of Color macht, obwohl sie keine ist. Sie ist weiß, sieht aber aus wie eine Latina: Ihre Haut ist brauner als früher und auch ihre Gesichtszüge haben sich verändert.  

  • Was ist Blackfishing?

  • Warum ist das rassistisch?

Und Ariana Grande ist nicht die einzige. Auch der deutschen Rapperin Shirin David wurde schon Blackfishing vorgeworfen. In einem Musikvideo sieht sie aus, als wäre sie schwarz, ist sie aber nicht.

Und es gibt noch viel mehr Beispiele: die Kardashians oder auch viele Influencerinnen. Eine von ihnen ist das Model Emma Hallberg. Als wir sie auf Insta gesehen haben, sind wir fast zusammengebrochen: Wir hätten sie - rein optisch - zu 100 Prozent für eine Woman of Color gehalten, sie ist aber eine weiße Schwedin.

Warum machen weiße Frauen das?

Bisher hat keine von ihnen zugegeben, dass sie sich bewusst als Women of Color inszenieren. Die meisten rechtfertigen ihre Bräune damit, dass sie eben viel ins Solarium gehen. Leute, die Blackfishing kritisieren, glauben, dass weiße Künstlerinnen wie Ariana Grande hoffen, dadurch erfolgreicher zu werden, weil Schwarzsein eine gewisse Coolness und Street Credibility mit sich bringt - vor allem in der Hip-Hop-Szene. Es geht beim Blackfishing also - so der Vorwurf - um Reichweite, Absatz und Aufmerksamkeit. Blackness wird instrumentalisiert.

Nur die Rosinen des Schwarzseins

Man kann es auf jeden Fall so sehen, dass Blackfishing ein Beispiel für kulturelle Aneignung ist, weil Weiße sich das Aussehen von People of Color wie ein Kostüm überstülpen und es wieder ablegen, wenn sie keinen Bock mehr drauf haben. Außerdem picken sich Leute, die Blackfishing betreiben, nur die Rosinen raus. Schwarz zu sein ist ja nicht nur mit einem bestimmten Aussehen verbunden, sondern auch unweigerlich mit Diskriminierung und Ausgrenzung. Und diesen Part verleugnen Leute, die sich als People of Color inszenieren. Natürlich lässt sich in Blackfishing auch die höchste Form der Bewunderung sehen. Shirin David sagt immer wieder, wie toll sie Nicki Minaj fände.

"Hautfarbe ist kein Kostüm."

"Die Bewunderung für schwarze Frauen ist gut. Deshalb darf man aber nicht so tun, als wäre man eine schwarze Frau", sagt Fabienne Sand. Sie ist 26 Jahre alt, studiert Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften und bloggt seit drei Jahren über ihre Erfahrungen in Deutschland - unter anderem für "This Is Jane Wayne". Fabienne ist eine der wichtigsten Stimmen in der digitalen People-of-Color-Bewegung: "Hautfarbe ist kein Kostüm. Sich Hautfarbe wie ein Kostüm an- oder auszuziehen für eine Instagram-Performance ist für Leute, die wegen ihrer Hautfarbe diskriminiert werden, nicht okay."

Kommentar

Hier kannst Du einen Kommentar verfassen.

Kommentar verfassen
noch 500 Zeichen
*Pflichtfelder

Fürs Kommentieren gibt's bei uns Regeln. Und die sind zum Einhalten da:Richtlinien für Kommentare

2 Kommentare

  1. 1.

    Shakira ist doch der beste Beweis, dass Blacks es schon lange andersrum handhaben. Freiheit bedeutet jeder kann so sein wie er es will.