Mädchen fährt auf einem E-Scooter (Foto: imago/Ralph Peters)
Bild: imago/Ralph Peters

- Wie nachhaltig sind E-Scooter?

Keine stinkenden Abgase, außerdem schnell, komfortabel und überall in der Stadt zu finden: E-Scooter haben viele Vorteile. Aber sind sie auch umweltfreundlich?

Seit Mitte Juni sind E-Scooter im Berliner Stadtverkehr unterwegs. Im Moment könnt Ihr zwischen vier Anbietern wählen, deren Roller wir bereits getestet haben. Weitere Hersteller warten noch auf eine Zulassung.

Insgesamt rund 5.000 Sharing-Roller sind derzeit in der Berliner Innenstadt zu finden. Eine riesige Flotte, weswegen wir uns gefragt haben: Wie umweltfreundlich sind die Dinger eigentlich?

Eine Frage der Lebensdauer

Wie nachhaltig so ein Roller ist, hängt unter anderem davon ab, wie lange er auf den Straßen im Einsatz ist. Eine Untersuchung in der Stadt Louisville hat jedoch gezeigt, dass Leih-Scooter dort durchschnittlich gerade mal 28 Tage in Betrieb waren. Dann gingen sie kaputt und mussten ausgetauscht werden.

Warum die Roller nicht so lange halten? Das kann an der schlechten Qualität des Geräts liegen, das nicht für den Dauerbetrieb vorgesehen ist oder auch an mutwilliger Zerstörung. Die Anbieter sagen, dass mittlerweile robustere Roller im Einsatz seien, die leichter zu reparieren sind und nicht sofort entsorgt werden müssten. Ausrangierte Ersatzteile werden zu 90 Prozent recycelt.

Der E-Scooter-Check

Fritzin Jessy-Lee Noll fährt mir einem Elektroroller. (Foto: Fritz)
Fritz

Emissionsfrei, dafür voller umweltschädlicher Rohstoffe

Akkus der motorisierten Tretroller enthalten Kobalt, Nickel und andere Rohstoffe, deren Gewinnung häufig mit großen Umweltbelastungen verbunden ist. Hinzu kommt, dass die Herstellung der Akkus sehr energieintensiv ist. Gerade im Hauptherstellerland China stammt ein Großteil dieser Energie noch immer aus Kohlekraftwerken.

Außerdem produziert die Instandhaltung Emissionen. Akkus sind in vielen Rollern fest verbaut. Und da die meisten Leihmodelle überall in der Stadt abgestellt werden können, bezahlen viele Unternehmen Drittfirmen, um die Roller nachts einsammeln, aufladen und wieder aufstellen zu lassen. Auch CO2-Emissionen dieser nächtlichen Sammelaktionen - die oft im Auto beziehungsweise LKWs stattfinden - müssen in die Ökobilanz der Scooter eingerechnet werden.

Roller als Auto-Ersatz

Weniger Staus und sauberere Luft dank E-Scootern? Jede vierte Autofahrt ist kürzer als zwei Kilometer. Viele dieser Fahrten könnten durch E-Roller ersetzt werden.

Die Scooter werden derzeit aber vor allem am Wochenende und abends genutzt - nur selten wird der Arbeitsweg damit zurückgelegt. Sie sind außerdem besonders beliebt bei Touristen, die sonst vermutlich mit dem ÖPNV oder Fahrrädern unterwegs wären.

Mehr zum Thema

RSS-Feed
  • Ein Mädchen fährt auf einem E-Roller über die Straße. Sie trägt eine Jeansjacke, Leggins,Turnschuhe und einen Helm. Im Hintergrund sieht man parkende Autos. (Bild: Roland Weihrauch/dpa)
    dpa/Roland Weihrauch

    - Der E-Scooter-Check

    Sie sind schnell und leicht zu bedienen. In Berlin habt Ihr zur Zeit die Wahl zwischen vier verschiedenen E-Scooter-Anbietern. Wir haben sie für Euch verglichen!

  • FritzReporterin Jule Jank testet ein Leihfahrrad auf dem Tempelhofer Feld. (Foto: Fritz)
    Fritz

    - Der Leihräder-Check

    Was sie können und was sie kosten - und welche davon auch Stiftung Warentest für "gut" befindet. Denn: Nur zwei Radanbieter sind "gut", vier "mangelhaft".

  • Elektro-Tretroller (Foto: picture alliance/APA/picturedesk.com)
    picture alliance/APA/picturedesk.com

    - Elektro-Tretroller starten in Berlin

    Zwischen Verkehrsalternative und Vandalismus

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
noch 500 Zeichen
*Pflichtfelder

Fürs Kommentieren gibt's bei uns Regeln. Und die sind zum Einhalten da:Richtlinien für Kommentare