Touristen sammeln im Park Müll auf, im Hintergrund ist der Fernsehturm zu sehen (Quelle: dpa)
Bild: Christoph Soeder/dpa

- City-Clean-up für Touristen

Touris sammeln bei kostenlosen Stadtführungen in Berliner Parks Müll und werden mit einem Picknick belohnt

Dem ein oder anderen mögen sie auf Instagram oder Facebook schon einmal begegnet sein: Menschen, die im Urlaub Müll aufsammeln, Strände von Plastikflaschen, Tüten und Strohhalmen befreien. Jetzt kommt die Sammelwut auch nach Berlin - und das lange nachdem wir mit Euch unseren ersten Kiez Clean-up im April in Friedrichshain veranstaltet haben.

Audio: Reportage zum ersten Mauerpark-Clean-Up mit Stadtführung

Viele Menschen in orangen Western sammeln im Mauerpark Müll auf.
Christoph Soeder/dpa

Müllsammeln als Erlebnis?

Um den bewussten und nachhaltigen Tourismus zu fördern, haben sich zwei Bezirke mit einem Unternehmen für Stadtführungen zusammengetan, die aus Müllsammeln ein richtiges Erlebnis machen. Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls bieten sie eine Tour mit drei Programmpunkten an: Erst gibt's Berliner Stadtgeschichte direkt vor der Berliner Mauer, dann wird gemeinsam sechzig Minuten lang eine Grünfläche gereinigt und zum Abschluss wartet ein Picknick als Belohnung auf alle Teilnehmer.

Etwas zurückgeben

Der hippe Mauerpark in Prenzlauer Berg ist wegen Trödelmarkt, Live-Karaoke, Grill-Action und gefühlter Festival-Atmosphäre mittlwerweile in jedem Stadtführer zu finden. Damit bildet er den perfekten Auftakt für die neuen Touri-Clean-up-Touren. Ganz nach dem Motto, dem besuchten Ort, etwas zurückzugeben - und vielleicht auch noch einmal ganz anders kennenzulernen. Ohne leere Bierflaschen, Einweggrills und Kippenstummelhaufen.

Zwei Mädels heben Müll vom Boden auf und werfen ihn in eine große Plastiktüte (Quelle: Christoph Soeder/dpa)
Bild: Christoph Soeder/dpa

Alle zusammen

Unsere Fritzinnen Henrike und Jule waren am Montag (26. August) bei der ersten kostenlosen Clean-up-Stadtführung dabei und überrascht, wieviele Menschen sich beim Treffpunkt am Nordbahnhof eingefunden haben. "Menschen sind Deppen. Traurig, dass es ihnen so egal ist, was um sie herum passiert. Das ärgert mich", begründet Simon, 30, aus Australien seine Teilnahme und eine Anwohnerin ergänzt: "Mir macht das wirklich Spaß, vor allem in der Gruppe. Ich bin sehr an Umweltschutzthemen interessiert und lebe auch vegan."

Es waren nämlich nicht nur Touristen, die mit orangen Westen und Holzzangen durch den Mauerpark streiften. Alle waren eingeladen, auch die Berliner. Die Komunikation zwischen beiden zu unterstützen und für die Thematik zu sensibilisieren, sind schöne Nebeneffekte der Führungen. Das sieht auch der jüngste Teilnehmer, Daniel, 12, aus New Jersey so: "Es ist mir wichtig, etwas an die Community zurückzugeben."

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Genau! Und wer nicht auf die nächsten beiden geführten Clean-ups am 09. und 23. September im Ernst-Thälmann-Park warten möchte, der kann ja einfach auf eigene Faust in der nächstgelegenen Grünfläche für Ordnung sorgen.

So war`s bei unserem Kiez-Clean-up im April in Friedrichshain:

So war`s beim Kiez Clean-up
Max Schubert/Fritz

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2 Kommentare

  1. 2.

    Gute Aktion, die Touris sollen Berlin was zurückgeben, wir Deutschen müllen dafür Malle oder Rom voll

  2. 1.

    Gute Aktion, die Touris sollen Berlin was zurückgeben, wir Deutschen müllen dafür Malle oder Rom voll