Zu sehen sind nachhaltige weiße Sneaker auf einem Skateboard, ein nachhaltiges Oberteil getragen von Fritzin Nadine Hadad und eine nachhaltige schwarze Tasche. (Quelle: Fritz/Lilly Extra)
Bild: Fritz/Lilly Extra

- Nachhaltige Kleidung - geht das?

Schaut mal an Euch runter und fragt Euch, wie und wo Eure Kleidung produziert wurde. Passend zur Fashion Week haben wir geguckt, welche Rolle nachhaltige Mode spielt.

Lange ging es bei Klamotten darum, eine möglichst große Auswahl im Kleiderschrank zu haben - am liebsten für wenig Geld. Wie und wo die Sachen produziert wurden, interessierte weniger. Das hat sich mittlerweile geändert. Immer mehr Leute haben ein Bewusstsein für nachhaltige Mode entwickelt und immer mehr Unternehmen produzieren sie. 

Wann ist Mode überhaupt nachhaltig?

Der erste Punkt ist: Wie wurde die Mode produziert? Gibt es eine faire Bezahlung für die Mitarbeiter und wird die Verwendung von giftigen Stoffen bei der Herstellung vermieden? Der zweite Punkt ist: Mit welchen Materialien wird produziert?

Assunta Crux hat Fineyellow gegründet. Das ist ein Online-Shop über den Ihr faire Mode von verschiedenen Marken kaufen könnt. Assunta betont, wie wichtig die Materialwahl ist: "Wenn die Kleidung zu 100 Prozent aus einem Stoff besteht, ist das super, weil sie recyclet werden kann." Auch heimische Stoffe wie Hanf oder Leinen sind super. Aber Ihr müsst auch bei den 100-Prozent-Stoffen aufpassen und Euch über einen fairen Handel informieren, denn das Baumwollgeschäft gehört mit zu den schmutzigsten Industrien weltweit.

Wieso produzieren große Marken wenig nachhaltig?

Die Industrien spüren zwar, dass immer mehr Menschen nachhaltigen Mode möchten, aber es dauert einfach. Assunta Crux glaubt, dass ein Umdenken wichtig ist: "Also wenn ich an meine Studentenzeit zurückdenke, da hab ich vier Jeans bei H&M für 100 Euro gekauft und dachte, es ist megacool, ich hab ein gutes Schnäppchen gemacht. Heute weiß ich, man kriegt für 100 Euro eine richtig gute Jeans - die sitzt, hält ewig und verliert ihre Form nicht."

Es ist also wichtig darüber nachzudenken, was Ihr wirklich braucht und, dass Ihr in Qualität investiert. Wenn Ihr nicht mehr bei den großen Labels einkauft, müssen diese etwas ändern, weil sie auf Euer Geld angewiesen sind.

Gibt es günstige nachhaltige Mode?

Zwar ist nachhaltige Mode nicht unbedingt teurer als Markenmode, aber so richtig günstig bekommt Ihr die trotzdem nicht. Benny Hoffmann vom Berliner Label Kulson hat gemerkt, dass es für sie nicht möglich ist, einen nachhaltigen Schuh für 70 Euro anzubieten: "Sobald man einmal die Produktionskette Schritt für Schritt durchgeht und berücksichtigt, dass wir in Europa und nicht in Asien sind, relativiert sich der Preis. Und dann sind wir mit 199 Euro - obwohl es sich viel anhört - leider an der Untergrenze von dem, was wir aktuell mit unseren kleinen Stückzahlen machen können." Das heißt: Einfach mal nachdenken, ob man wirklich drei Sneaker braucht oder es auch ein nachhaltiger Sneaker tut, den man zu allem kombinieren kann und der lange hält.

Ist nachhaltige Kleidung automatisch hässlich?

Nein! Es gibt viele coole Labels, bei denen man gar nicht denken würde, dass sie komplett nachhaltig produzieren. Zum Beispiel: Hamaji, eine kenianische Marke, die Boho-Kleider und Kimonis macht, Kulson, die in Portugal hergestellte weiße, klassische Sneaker vertreiben und Mimycri, die sportliche Bauchtaschen aus Flüchtlingsbooten aus Griechenland herausbringen.

Nachhaltige Kleidung

Faire Mode hat ihren Preis

Fazit: Nachhaltige Mode rückt in den Fokus, ist super stylisch und tragbar, aber Ihr müsst dafür weiterhin mehr Geld bezahlen, weil das die faire Produktion für nachhaltige Mode ausmacht.

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