Die Sea-Watch 3 kurz vor Lampedusa am 26. Juni 2019. (Quelle: dpa/Photoshot)
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- Rettungsschiff gestoppt

Im Mittelmeer gibt es weiter Streit darum, ob ein deutsches Rettungsschiff trotz Verbot in Italien anlegen darf. An Bord sind 42 Geflüchtete. Wir haben mit Sea-Watch telefoniert.

"Viele der Leute kommen direkt aus den lybischen Folterlagern, wurden dort selbst gefoltert und waren lange in Haft." Und kämen jetzt in die Situation, dass sie als "politische Geiseln genommen werden für dieses Gefeilsche in der europäischen Flüchtlingspolitik." Das hat uns am Donnerstagmorgen Ruben Neugebauer, der Sprecher der Seenotrettungsorganisation "Sea-Watch" erzählt, noch hörbar mitgenommen von seiner Nacht. Die ganze Nacht stand er mit der "Sea-Watch 3" in Kontakt.

Gestoppt vor dem Hafen

Derzeit gibt es wieder Streit um den Rettungseinsatz von Sea-Watch im Mittelmeer. Ein Rettungsschiff der deutschen Hilfsorganisation befindet sich drei Meilen vor dem Hafen der italienischen Insel Lampedusa und wird nicht reingelassen.  

42 Geflüchtete befinden sich auch dem Rettungsschiff "Sea-Watch 3" kurz vor Lampedusa. Sie sind seit über zwei Wochen unterwegs. (Quelle: dpa/Photoshot)
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Mehr als erschöpft

Die italienische Küstenwache blockiere weiter das Schiff mit 42 Geflüchteten an Bord und hindere es an der Weiterfahrt. Die Situation an Bord habe sich laut Neugebauer zugespitzt: "Es reicht jetzt. Uns ist keine andere Möglichkeit mehr geblieben, als endlich einen sicheren Hafen anzusteuern." Die Geflüchteten seien seit zwei Wochen an Bord, erschöpft und bräuchten dringend Sicherheit.

Pressesprecher der Seenotrettungsorganisation "Sea-Watch" Ruben Neugebauer sagt: "Viele der Leute kommen direkt aus den lybischen Folterlagern, wurden dort selbst gefoltert und waren lange in Haft." Und kämen jetzt in die Situation, dass sie als "politische Geiseln genommen werden für dieses Gefeilsche in der europäischen Flüchtlingspolitik ." (Quelle: imago/Christian Ditsch)
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Eilantrag abgelehnt und Wutattacke des italienischen Innenministers

Am Dienstag hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte einen Eilantrag der Flüchtlingshilfsorganisation abgelehnt. Die Crew wollte den Hafen von Lampedusa ansteuern, um gerettete Flüchtlinge abzusetzen. Das hat Italiens Innenminister Salvini aber abgelehnt - und mit Wutattacken reagiert.

Hohe Strafen drohen

Die Kapitänin der Sea-Watch 3, Carola Rackete, hat entschieden, trotzdem in italienische Hoheitsgewässer einzufahren. Und das, obwohl Strafen drohen - bis zu 50.000 Euro. Das Schiff wurde jetzt von der Küstenwache gestoppt.

Trotz der Möglichkeit von hohen Strafen, hat die "Sea-Watch 3" beschlossen, zu versuchen, in den Hafen von Lampedusa einzufahren. (Quelle: dpa/Photoshot)
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Die Crew um die Kapitänin, so Neugebauer, hoffe jetzt, so schnell wie möglich an Land zu kommen, damit die Geflüchteten ihre Asylanträge stellen könnten.

Noch mehr Informationen findet Ihr bei unseren Kollegen von der Tagesschau.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Danke für den Beitrag