Vier Stills aus dem "9010"-Videos von Kraftklub-Sänger Felix Kummer
Bild: KUMMER "9010"/Philipp Gladsome

- Den Mund voller Blut gegen Nazis

Felix von Kraftklub haut einen raus: Sein Soloprojekt. Als Kummer. Ein graues Porträt über Chemnitz. Über Nazis. Und über Mitgefühl statt Hass. 

Um 00:01 Uhr Freitagnacht hat er es gedroppt: "Heute wird keiner mehr drangsaliert, keiner hat mehr Angst vor dir. Eher hat man Angst um dich", rappt Felix Kummer von Kraftklub in seinem neuen Soloprojekt KUMMER.

Eigentlich läuft bei ihm alles super: Kraftklubs Kosmonaut-Festival bei bestem Wetter steht vor der Tür, vorab noch ein Open Air in seiner Heimatstadt gegen Fremdenhass. Trotzdem wirkt Felix Kummer known as Brummer wenig euphorisch in seinem neuen Solo-Track "9010".

Video: KUMMER - 9010

"Born to be Opfer."

"9010" - In der DDR war das die Postleitzahl von Karl-Marx-Stadt aka Chemnitz. Die Tristesse und Hoffnungslosigkeit der damaligen Zeit überschattet seinen Song und das Video. Bis heute hat sich daran aber nicht viel geändert, so der Eindruck, den Felix vermittelt: "Born to be Opfer, Zeit zu kapieren. Dass da, wo wir leben, Leute kassieren." 

"Dieses dumme Stück scheiße [...] tust du mir auf einmal Leid."

In vieler Hinsicht erinnert der Track an Trettmanns "Grauer Beton", der die graue Vor- und Nachwendezeit in Chemnitz und die menschliche Kälte beschreibt. Doch "Kummer", wie sich Felix nun in seinem neuesten Solo-Projekt nennt, geht einen Schritt weiter.

Er rechnet ab mit all den Nazis, mit denen er sich seit seiner Jugend immer konfrontiert gesehen hat: "Ich würd' gern' mit dem Finger auf dich zeigen: 'Schaut ihn euch an, dieses dumme Stück Scheiße.' Aber nein, jetzt nach all der Zeit, nach all den Jahren tust du mir auf einmal Leid."

"Ausradiert, überschrieben, für die Kumpels, die du liebtest."

Auf Instagram hat er vor wenigen Tagen alle Beiträge gelöscht und nur drei Fotos zu diesem Song und seinem neuen alter Ego gepostet: "Kummer". Auf Twitter gab er kurz vor der Veröffentlichung zu, sehr aufgeregt zu sein. Kommt da noch mehr? Wir würden uns wundern, wenn nicht.

Die üblichen Verdächtigen

Produziert hat den Song BLVTH - könntet Ihr durchaus kennen von unserer Glückwunschliste. Der hat auch schon mit Casper und Ahzumjot zusammengearbeitet. Das Video hat ziemlich viel altes Archivmaterial aus Chemnitz am Start. Die aktuellen Bilder eingefangen hat Philipp Gladsome, der auch sonst viel mit der Kraftklub-Marteria-Casper-Gang abhängt.

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