Ein Musiker steht in der Mitte eines Raums und spielt Gitarre. Um ihn herum stehen und sitzen Zuhörer. Genau vor ihm hockt ein Fotograf und fotografiert ihn. (Quelle: Jule Jank)
Bild: Jule Jank

- House of Music

Ein Musikindustrie-Mikrokosmos hat auf dem RAW-Gelände eröffnet. Start-ups, Musiklabels, Künstlermanagements und Instrumentenhersteller treffen hier aufeinander.

Seit Mitte der 1980er-Jahre stand die älteste Industriehalle Berlins, mitten in Friedrichshain, leer. Jetzt trifft sich in der historischen Radsatzdreherei, in der früher Eisenbahnwaggons repariert wurden, die Berliner Musikszene.

Hipper Industrielook

Drei Jahre hat der Umbau gedauert. Es wurde probiert, möglichst viele Elemente des alten Gebäudes zu erhalten - hippen Industrielook gibt es also inklusive. Die Wände in der Eingangshalle sind grau gestrichen. Von der hohen Decke hängen bunt angestrahlte Lautsprecher, daneben verlaufen Stahlrohre.

Ziel sei es gewesen, möglichst viele Menschen teilhaben zu lassen, ohne zu verdrängen, da der Raum in der Stadt immer enger wird. Dieser Idee haben sich schon viele Menschen angeschlossen. "House of Music verbindet Livemusik, Bildung, Beratung und Wirtschaft unter einem Dach", heißt es auf der Website. 

Nachwuchsförderung und Proberaum-Sharing

Auf vier Etagen, mit über 4000 Quadratmetern Fläche, sollen sich in Zukunft Musiker vernetzen. Hilfreich ist dabei sicher auch der hauseigene Späti - mit angeschlossenem Café - in der Eingangshalle.

Nachwuchsförderung wird eine große Rolle im House of Music spielen. Die Musikakademie BIMM Institute (British and Irish Modern Music Institute) bietet unter anderem international ausgerichtete Studiengänge, zum Beispiel in Musikproduktion, Schlagzeug oder Songwriting an. Außerdem kann man auch an der noisy Academy, einer Schule für elektronische Musik oder an der Jam School lernen, die beide zur noisy Musicworld gehören. Music Pool Berlin, eine öffentlich geförderte Anlaufstelle für Berliner Musikschaffende, ist auch in das Gebäude gezogen.

Bezahlbare und schallisolierte Proberäume

"Wir möchten einen Raum für Musiker schaffen, an dem sie bestmöglich kreativ sein können", sagt Geschäftsführer der noisy Musicworld und Mitbegründer des House of Music, Christian Rüsenberg. Dafür sind über 20 Proberäume in verschiedenen Ausstattungen und Größen entstanden. Verärgerte Nachbarn sollten ausbleiben - die Wände sind alle schallisoliert.

Rüsenberg hat fast 20 Jahre Proberäume auf einem Hinterhof an der Warschauer Straße vermietet. Dort lief der Mietvertrag aus. Auch am neuen Standort war ihm wichtig, dass die Proberäume bezahlbar bleiben. "Hier soll theoretisch Travis neben dem 15-jährigen Punker aus Lichtenberg proben können", betont auch Robert Witoschek, Teilhaber der noisy Musicworld und Mitbegründer von Music Pool Berlin.

Je nach Größe und Tageszeit kostet ein Proberaum mit Instrumenten zwischen fünf und 30 Euro pro Stunde. Langfristige Verträge müssen dafür nicht abgeschlossen werden. Und sollte bei der Probe mal eine Gitarrenseite reißen oder ein Drumstick zerstört werden - kein Problem! Im House of Music gibt es einen Reparatur-Service für Musikinstrumente. 

Noch nicht ganz fertig

Bis Anfang April sollte das House of Music komplett fertig gestellt werden. Das ist nicht ganz gelungen. Hier und da gibt es noch unverputzte Wände, Bauarbeiter bohren und hämmern und es hängen Kabel aus den Wänden. Die Fassade des Gebäudes zwischen Haubentaucher und Cassiopeia ist noch von einem Bauzaun umgeben. Wenn die restlichen Bauarbeiten beendet sind, werden weitere Mieter das Haus beziehen: kleine Start-ups, Musiklabels, Künstlermanagements und Instrumentenhersteller. Um welche Firmen es sich konkret handelt, soll im Mai veröffentlicht werden.

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