Der Titel des Buches steht in roter Schrift über dem Gesicht des Autoren. (Quelle: Komplett Media GmbH)
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- "Ein Neger darf nicht neben mir sitzen"

David Mayonga aka Roger Rekless beschreibt in seiner Biografie den alltäglichen Rassismus. Ein starkes Buch, das zeigt: Fremdenfeindlichkeit ist überall.

Fritz meint:

Für gewöhnlich kennt Ihr ihn von seinen Freestyle-Einlagen auf Facebook oder wenn er mit seiner Rap-Crew, dem Bavarian Squad, in ausverkauften Konzertsälen auftritt. Jetzt hat PULS-Kollege David Mayonga aka Roger Rekless etwas ganz anderes an den Start gebracht.

Sein neues Buch "Ein Neger darf nicht neben mir sitzen“ ist draußen. FritzReporter Timm Lindenau hat das Buch für Euch ausgecheckt.

Rassismus schon in Kindertagen

David ist Sohn eines Kongolesen und einer Deutschen. Er ist knapp 30 Kilometer von München, in Markt Schwaben, aufgewachsen. Und traurigerweise basiert der Titel seines Buches auf einem Erlebnis an seinem ersten Tag im Kindergarten.

Als der kleine David sich auf einen freien Stuhl setzen will, hält ihn ein Kind auf und sagt: "Ein Neger darf nicht neben mir sitzen". Die Antwort von David: "Ich will auch nicht neben einem Neger sitzen". Er fragt, wo und wer derjenige sei. Als das Kind zu ihm sagt, dass er der "Neger" sei, bekommt David früh mit, dass er völlig anders wahrgenommen wird, weil er anders aussieht.

Ein Besuch bei der AfD

Ein Sprung in die Gegenwart: David berichtet von einem Abend beim AfD-Kreisverband München-Süd. Dort hat er sich ganz offiziell vorher angemeldet, nur um sich die Sicht der Leute mal anzuhören. Was ihm allerdings dort entgegenkommt, ist ein allzu feindliches Klima: offen rassistische Äußerungen mit Begründungen wie "Jetzt darf man gar nichts mehr sagen", versteckt unter einer aufgesetzt-bürgerlichen Freundlichkeit.

Dazu müsst Ihr wissen, dass David sich in erster Linie als waschechter Bayer sieht und auch in bayerischem Dialekt spricht und rappt. Was er da niedergeschrieben hat und wie schlimm sich Leute ihm gegenüber verhalten, ist fast zum Heulen. Dieses Rassismus-Problem ist keinesfalls eines, was es nur in der ostdeutschen Provinz gibt, sondern mitten im angeblich so aufgeklärten München - mitten in einer deutschen Großstadt.

Verpasste Chancen

Das Buch ist kein bloßes Fingerzeigen. David ist daran interessiert, dass die Leser verstehen, warum sich Menschen rassistisch äußern. Dass es manchmal passiert, auch wenn sie es im Grunde gar nicht wollen.

David Mayonga wurde sein Leben lang auf seine Hautfarbe reduziert und hat auch deshalb oft keinen Zugang zu anderen Menschen bekommen. Das ist zwar schade, doch heute denkt er anders. Für ihn ist es genau umgekehrt. Es ist schade für die anderen Leute, weil sie gar nicht in der Lage sind, einen so verdammt guten Typ kennenzulernen. Und das ist David in jedem Fall.

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"Man sollte sich überlegen, wie man mit Vorurteilen umgeht."

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1 Kommentar

  1. 1.

    Das Interview wäre noch besser anzuhören, wenn diese störende Hintergrundmusik währenddessen nicht wäre.

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