Anti-Terror-Übung am 24.03.2019 in Berlin-Steglitz. (Quelle: Morris Pudwell)
Bild: Morris Pudwell

- Terroranschlag als Test

Mehrere Notrufe gehen wegen Schüssen ein: Polizei und Rettungskräfte rücken aus zum Terroranschlag-Einsatz in Berlin. Am Tatort erfahren sie, dass alles nur eine Übung ist.

Sonntag, 24. März: An diesem Tag dürfte den 550 Polizisten und knapp 80 Feuerwehrleuten ordentlich der Puls gegangen sein, als sie um elf Uhr zu einem vermeintlichen Terroranschlag gerufen werden. Im "Boulevard Berlin" in Steglitz seien Schüsse gefallen und ein Transporter sei in eine Menschenmenge gefahren. Als sie ankommen, erfahren die Rettungskräfte, dass alles nur simuliert ist. Es sei die bisher größte Anti-Terror-Übung der Polizei Berlin gewesen, sagt Polizeichefin Barbara Slowik nach dem Test-Einsatz.

Sondereinsatzkräfte der Polizei Berlin bei der Anti-Terror-Übung Ende März in Steglitz. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Bild: dpa/Paul Zinken

Den Ablauf des Anschlags hat die Polizeichefetage über ein Jahr lang minutiös geplant. Das Szenario: Ein Transporter fährt in eine Menschenmenge vor einem Einkaufszentrum, Schüsse fallen und zahlreiche Notrufe gehen bei der Polizei ein. Täter sind mehrere im Spiel. Der Ablauf ist den Anschlägen am Berliner Breitscheidplatz und dem Anschlag in Nizza nachempfunden.

Das Rettungszelt in Berlin-Steglitz bei Test-Anschlag der Berliner Polizei. (Quelle: Fritz/Nadine Hadad)
Bild: Fritz/Nadine Hadad

Die ganze Zeit Schreie und Schüsse

Damit alles möglichst real wirkt, wissen die Rettungskräfte von all dem erst mal nichts. "Wie kann es sein, dass die alle schon vor uns da sind?", fragt sich Notärztin Bergit Broner, als sie an der Einsatzstelle ankommt. Erst da habe sie gecheckt, dass alles nur eine Übung ist.

Zwei Statisten mit Wunden im Gesicht bei der Anti-Terror-Übung im März in Berlin-Stegflitz. (Quelle: Fritz/Nadine Hadad)
Bild: Fritz/Nadine Hadad

Opfer gibt es für die realistische Wirkung auch. 60 Laiendarsteller spielen "Anschlagsopfer". "Wir haben geschrien, die Polizisten hatten Fake-Waffen und man hat die ganze Zeit Schüsse gehört", erzählt die 19-jährige Marie nach der Übung. "Man hatte schon Unwohlsein, aber man wusste, dass es nur gespielt ist", sagt Statistin Angelina.

Polizeipräsidentin Slowik gibt Interviews nach dem Test-Einsatz. (Fritz/Nadine Hadad)
Bild: Fritz/Nadine Hadad

Die Präsidentin ist zufrieden und gibt Entwarnung

Geschossen wird mit Knallmunition: "Es ist klar, wir können hier niemanden mit echten Waffen reinschicken, das wäre zu gefährlich", erklärt Polizei-Pressesprecherin Heidi Vogt. Polizeipräsidentin Barbara Slowik ist mit der Übung zufrieden: "Wir sind deutlich besser geworden." Sie gibt aber auch Entwarnung für alle, die sich Sorgen machen: "Wir haben im Moment überhaupt keine konkreten Anhaltspunkte für einen terroristischen Anschlag in Berlin."

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
noch 500 Zeichen
*Pflichtfelder

Fürs Kommentieren gibt's bei uns Regeln. Und die sind zum Einhalten da:Richtlinien für Kommentare

2 Kommentare

  1. 1.

    Danke für die Fotos und Reportage! Wr bei mir hier in der Nachbarschaft, war ganz schön was los!