Symbolbild: Junge Rektrutin auf der Hindernisbahn (Quelle: imago/Rainer Unkel)
Bild: imago/Rainer Unkel

- Mit unter 18 an der Waffe

1.700 Minderjährige sind vergangenes Jahr zur Bundeswehr gegangen. Linke und Grüne sind gegen die Rekrutierung unter 18-Jähriger. Der Bundestag hat entschieden: Bleibt so!

"Wir dienen Deutschland" - ein dickes Kreuz der Bundeswehr hängt über der Tür des Bundeswehr-Showrooms am Bahnhof Friedrichstraße. Nebenan eine Apotheke und ein Laden mit Markenschuhen. Gerade wird hier alles neu gemacht, aber zuvor konntet Ihr Euch auf großen Bildschirmen aufwendig produzierte und im Doku-Style verpackte Werbevideos der Bundeswehr angucken - wie die YouTube-Serie "Rekruten". Die war ziemlich erfolgreich, trotzdem hat die Bundeswehr dafür heftige Kritik abbekommen.

1.700 Minderjährige als Neu-Soldaten 2018

2011 wurde die Wehrpflicht abgeschafft. Seitdem muss die Bundeswehr ihren Nachwuchs selber suchen. Allein der Geburtenrückgang sorgt für immer weniger Neuzugänge. Im vergangenen Jahr waren von den rund 20.000 Neu-Soldaten fast 1.700 noch keine 18 Jahre alt.

Gegen UN-Kinderrechtskonvention und fehlende Vorbildfunktion

Die Fraktionen der Grünen und Linken im Bundestag sind komplett gegen eine Rekrutierung von Minderjährigen. Sie sehen einen Verstoß gegen die UN-Kinderrechtskonvention. Deutschland sollte ihrer Meinung nach an seine Vorbildfunktion denken. Weltweit werden nämlich rund eine Viertelmillion Kinder als Soldaten eingesetzt.

Deutschland, Großbritannien und USA rekrutieren Minderjährige

Zum "Red Hand Day", dem Aktionstag gegen den Einsatz von Kindersoldaten, hat die Menschenrechtsorganisation Terre des Hommes und das Deutsche Bündnis Kindersoldaten eine neue Studie vorgestellt. Die zeigt, dass Deutschland neben den USA und Großbritannien, die Industrieländer sind, die in großer Zahl Minderjährige rekrutieren. Ansonsten werden Kinder in mindestens 19 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas an der Waffe ausgebildet.

Symbolbild: Junge Soldaten bei einer ABC-Übung. (Quelle: imago/Rainer Unkel)
Bild: imago/Rainer Unkel

Kinder als Spione und Minensucher

Das Bündnis kritisiert, dass Minderjährige in bewaffneten Konflikten zum Kämpfen gezwungen oder als Spione, Minensucher und Wachposten missbraucht würden. Das Bündnis sagt auch, dass Konfliktgebiete wie Myanmar ihren eigenen Einsatz von Kindern auch damit rechtfertigt, dass es Deutschland und Co. auch machen würden.

Waffenausbildung, aber nicht auf Menschen schießen

Bei uns könnt Ihr mit Erlaubnis Eurer Eltern auch an der Waffe ausgebildet werden. Ihr dürft sie dann allerdings nicht auf Menschen richten - also auch nicht bei Auslandseinsätzen oder Wachdiensten dabei sein.  

Symbolbild: Junge Rekruten beim Training auf der Hindernisbahn. (Quelle: imago/Rainer Unkel)
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Mehrheit im Bundestag ist für eine Rekrutierung ab 17 Jahren

Die Anträge der Linken- und Grünen-Fraktion auf Aussetzung der Rekrutierung bei Minderjährigen wurde am 14. Februar im Bundestag abgelehnt. CDU und CSU verweisen auf einen ausreichenden Schutz in der Truppe und dass erst ab 17 Jahren rekrutiert werden dürfe. Die SPD ist für gleichberechtigte Berufswahl, will aber gleichzeitig, dass die jungen Rekruten nicht schießen - quasi nur üben. Es wäre ein ziviler Vorbereitungsdienst zum Erlangen von Dingen, die sie als Soldaten später gebrauchen könnten, wie NATO-Englisch, den Führerschein oder Ausgleich von Unsportlichkeit.

ARD-Korri Hannah Liesenfeld mit Max Ulrich über U18-Jährige bei der Bundeswehr

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