Elektro-Tretroller (Foto: picture alliance/APA/picturedesk.com)
Bild: picture alliance/APA/picturedesk.com

- Elektro-Tretroller starten in Berlin

Zwischen Verkehrsalternative und Vandalismus

Lidlbike, Limebike, Mobike, Nextbike, Obike - im letzten Jahr wurde Berlin mit Leih-Fahrrädern überschwemmt, die an jeder Straßenecke herumstehen. Oder besser: herumliegen. Und 2019 droht die nächste Schwemme. Diesmal nicht mit Fahrrädern, sondern mit Elektro-Tretrollern. FritzReporter Nico Schmolke hat sich genauer angeschaut, was da auf Euch zukommt.

Das Go ist da

Viele von Euch kennen bestimmt diese Tretroller aus Ihrer Kindheit. Zwei Räder, eine Lenkerstange und mit einem Fuß stößt man sich ab. Der Coolness-Faktor ist eher nicht so hoch. Jetzt gibt es diese Dinger aber mit Elektroantrieb mit bis zu 20km/h.

Diese Roller erleben derzeit einen enormen Hype. Weltweit findet man sie in Städten, zum Ausleihen per App, ohne Station, so wie wir das von den Leih-Fahrrädern in Berlin kennen. Bei uns gibt es für die Elektro-Tretroller bislang keine Zulassung, aber das Bundesverkehrsministerium gab auf Anfrage die Auskunft: Im Frühling ist es soweit. Dann sind "Elektrokleinstfahrzeuge" zugelassen. Und für Berlin kann man dann mit gut fünf Anbietern rechnen.

Die Rolle des Vandalismus

Leider werden die Roller nicht überall zivilisiert aufgenommen. In den USA kamen teilweise über Nacht Hunderte Roller in die Städte. Was da dann passiert ist, sieht man auf dem Instagram-Kanal "Scooters behaving badly". Die leichten Roller wurden einfach zerbrochen, Roller ins Wasser geworfen und nebeneinander stehende Roller werden wie Dominosteine umgetreten.

Hier soll es anders werden

Dass das in Berlin anders wird, verspricht Dennis Heinert. Er ist Sprecher von MyTaxi, das mit seiner Roller-Marke Hive auch auf den Berliner Markt will: "Unsere E-Scooter sollen die städtische Mobilität moderner, sauberer und nachhaltiger machen und gleichzeitig einen großen Fahrspaß bieten. Und dazu gehört natürlich auch, dass diese Dinger nicht irgendwo rumliegen. Dafür ist dann eben ein operatives System notwendig, um die Scooter regelmäßig einzusammeln. Das muss wegen der Ladevorgänge eh geschehen, von daher ist das auch etwas anderes als bei den Leih-Fahrrädern."

Die Roller von Anbietern wie MyTaxi wird es dann vermutlich innerhalb des S-Bahn-Rings geben. Der Tarif könnte bei einem Euro fürs Ausleihen liegen, dazu kommen etwa 15 Cent pro genutzter Minute.

Unfälle in Paris

FritzReporter Nico Schmolke hat kürzlich in Paris beobachtet, wie die Leute in der Rushhour mit den Rollern durch den Stau gekurvt sind, teilweise auch auf der Gegenfahrbahn. Wegen solcher Sachen gab's dort auch schon Tote. Bei den Protesten der Gelbwesten wurden auch Roller verbrannt oder sogar auf Polizisten geworfen. Vandalismus und Dummheit der Roller-Fahrer sind also Dinge, die auch in Berlin drohen könnten.

Die andere Frage ist: Sind unsere Straßen und Radwege dafür ausgelegt? Es ist ja jetzt schon eng auf den Radwegen. Und auch auf den Fußwegen, wo man die Roller abstellen soll. Andererseits: Es gibt in Berlin über eine Million Autos, über die man sich genauso gut aufregen könnte. Wie das Beförderungsmittel hier angenommen wird, erfahren wir dann im Frühjahr.

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