Das Foto zeigt das Männlichkeits-, wie das Weiblichkeitssymbol und eine Verschmelzung als beiden, die für das dritte Geschlecht steht. (Foto: imago/Christian Ohde)
Bild: imago/Christian Ohde

- Das dritte Geschlecht

Nicht jeder kann es haben

Was die Biologie schon seit Jahren weiß, ist jetzt auch staatliche Realität: Seit dem 1. Januar gibt es neben männlich und weiblich offiziell "divers" als drittes Geschlecht. Aber viele Menschen, die es wollen, können es gar nicht erst bekommen. Wie sich das auf das Leben Betroffener auswirkt, erfahrt Ihr in unseren Porträts von Juno* und Lynn.

Juno* im Porträt

Juno* Göppel ist 19 Jahre alt, transgeschlechtlich, wohnt in Berlin-Schöneberg und erzählt: "Schon mit zehn Jahren war mir klar, dass ich in dieses binäre System, dass es angeblich nur Mann und Frau gibt, nicht reinpasse."

Bei der Geburt wurde Göppel aber das männliche Geschlecht zugewiesen, und auch rein biologisch würden Mediziner Göppel als Mann bezeichnen. "Dabei kann ich damit überhaupt nichts anfangen", sagt Juno*. Göppel nennt sich selbst nicht-binär, also weder Mann noch Frau. Weil es aber ausschließlich divers als drittes Geschlecht gibt, klagt Göppel jetzt auf Streichung des Geschlechtseintrags.

Das Foto zeigt Juno*. Juno* nennt sich selbst "nicht-binär", also weder Mann noch Frau. (Foto: Juno* Göppel)
Foto: Juno* Göppel

Lynn im Porträt

"Es war fast wie die Stunde null", erzählt Lynn. Mit 20 erfährt Lynn, dass Lynn als Mädchen aufgezogen wurde, aber keines ist. Lynn ist allerdings auch kein Junge. Lynn ist intergeschlechtlich: "Ich hatte Hoden und Eierstöcke, eine Gebärmutter und eine Prostata, einen Penis und eine Vagina." Bis Lynn zwei Jahre alt war, gab es sieben Operationen, die Lynn zum Mädchen machen sollten: "Man hat mir meinen Penis abgeschnitten, aber ich sag Dir eins: Einen Penis kann man abschneiden und es Klitoris nennen, aber der Penis bleibt."

Heute ist Lynn 34, lebt in Berlin und redet ganz offen darüber, wie es ist, intergeschlechtlich zu sein. Aber darüber reden ist das Eine – es auch schwarz auf weiß zu haben, das Andere. Seit Jahresbeginn ist das endlich möglich. Allerdings findet Lynn auch die neue Situation nicht unproblematisch. Im Interview gibt Lynn die Erklärung.

Das Foto zeigt Lynn. Lynn ist intergeschlechtlich. (Foto: Fritz)
Fritz

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