Ein Mädchen namens Vivien steht bei einer Demo mit Zettel in der Hand vor einem Mikro (Foto: Sabrina Gröschke, BfsS 2018)
Sabrina Gröschke, BfsS 2018
Bild: Sabrina Gröschke, BfsS 2018 Download (mp3, 2 MB)

- Tabu Abtreibung

Das Problem mit Paragraf §219a und wie eine 20-Jährige aus Spandau mit dem Tabu brechen will. Sie selbst hat als Jugendliche abgetrieben.

Ungewollt schwanger zu sein ist für die meisten Frauen eine Extremsituation. In Deutschland können Frauen sich im Rahmen von rechtlichen Regeln frei entscheiden, ob sie ein Kind bekommen wollen oder nicht. Ungefähr jede vierte Frau entschließt sich bis zu ihrem 45. Lebensjahr einmal für einen Schwangerschaftsabbruch. Darüber geredet wird kaum.

Die 20-jährige Vivien aus Spandau will mit dem Tabu brechen. Sie ist in ihrer Schulzeit ungewollt schwanger geworden und hat das Kind nicht bekommen.  

Vivien fühlt sich befreit

"Es war ein Schock", erinnert sich Vivien. Mit 15 erfährt sie in den Sommerferien, dass sie in der zehnten Woche von ihrem damaligen Freund aus Kanada schwanger ist. Ihr ist sofort klar: Sie ist nicht bereit für ein Kind. Ihre Mutter und ihre beste Freundin unterstützen sie bei dem Gang zur Beratungsstelle, bei den notwendigen Arztbesuchen und schließlich auch bei dem Schwangerschaftsabbruch. "Nachdem ich aus der Narkose aufgewacht bin, habe ich mich einfach nur befreit gefühlt", erzählt sie.

Für mehr Selbstbestimmung

Heute ist Vivien 20 Jahre alt und studiert Kunst in Berlin. Ihre Erfahrung hat sie in einer Therapie und in ihrer Kunst verarbeitet. "Heute, fünf Jahre später geht es mir sehr gut mit der Entscheidung", sagt Vivien. "Trotzdem merke ich immer wieder, dass das Thema Abtreibung für viele Menschen ein Tabu ist."

Deshalb engagiert sich Vivien dafür, dass Frauen bei einer ungewollten Schwangerschaft so frei und informiert wie möglich entscheiden können, was mit ihrem Leben, ihrem Körper und ihrer Zukunft passieren soll.

FAQs zum Abtreibungsparagraf 219a

  • Was steht in dem Paragrafen?

  • Was bedeutet das?

  • Warum ist das ein Problem?

  • Was sagt der Kompromissvorschlag der Großen Koalition?

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1 Kommentar

  1. 1.

    Ich finde du bist mutig und machst anderen Frauen Mut, auch über ihre Abbrüche zu reden. Das Thema Schwangerschaftsabbruch muss wieder heraus aus der gesellschaftlichen Tabuisierung. Frauen müssen sich nicht schlecht fühlen danach. Darüber zu reden dient einer gesunden Verarbeitung der Ereignisse und damit verbundenen Gefühle.