Eine Grafik zeigt einen Arm, der seine Muskeln anspannt. (Grafik: Colourbox, Bearbeitung: Fritz)
Bild: Colourbox, Bearbeitung: Fritz

- Alltagshelden

Gutes Tun in Eigeninitiative

Manchmal reicht ein kleiner Funke: Ärger über Unsinnigkeiten, Ungerechtigkeit und Wut darüber, dass niemand etwas unternimmt. Und schon breitet sich eine gute Idee in den Köpfen der richtigen Leuten aus. Und als nächstes wird gehandelt - in Eigenitiative. Diese "Helden des Alltags" möchten wir hier feiern und ihre Projekte vorstellen. Daraus soll Gutes entstehen, das unser Leben bereichert, die Umwelt entlastet und das Miteinanderleben angenehmer, achtsamer und einfach besser gestaltet.

Die Helden in der Übersicht

  • Das Bild zeigt das Logo des Unternehmens SirPlus. (Quelle: SirPlus)
    SirPlus

    Was: SirPlus Lebensmittel-Rettermärkte

    Wer macht das: Raphael Fellmer (35) setzt sich seit 2009 gegen Lebensmittelverschwendung ein. Deswegen kauft er Lebensmittel mit Schönheitsfehlern oder welche, die über dem Mindesthaltbarkeitsdatum für einen symbolischen Preis ein. Danach wird in einem Lebensmittellager in Tempfelhof geprüft, ob sie noch haltbar sind. Danach werden sie auf mittlerweile drei Märkte verteilt. Einen Online-Shop gibt es auch. Der Name ist übrigens ein Wortspiel auf das Wort "surplus", das übersetzt "Überschuss" bedeutet.

    Was soll es bringen: Jährlich landen in Deutschland circa 18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll, obwohl sie noch geniesbar sind. Dagegen möchte Raphael Fellmer etwas tun. Das Unternehmen ist zwar auf Umsatz ausgelegt, hat aber bisher vor allem Schulden gemacht. Es gibt 70 Mitarbeiter, darunter sieben Geflüchtete.

    Wo: Die SirPlus-Märkte gibt es mittlerweile in Charlottenburg, Kreuzberg und Steglitz.

  • Das Foto zeigt das Logo von foodsharing. (Quelle: foodsharing e.V)
    foodsharing e.V

    Was: Foodsharing Fair-Teiler Kühlschränke

    Wer macht das: Rico ist Betreiber von Foodsharing, das seit 2012 eine Online-Plattform bietet, bei der überproduzierte Lebensmittel aus Privathaushalten und kleineren Betrieben zur Abholung angeboten werden können. Im Netz kann man sogenannte Essenskörbe anbieten und Standort und Beschreibung angeben. Die Fair-Teiler-Kühlschränke sind öffentlich zugängliche Umschlagplätze/Kühlschränke. Jeder kann nach Regeln und Hygiene-Vorschriften Sachen reinstellen und jemand anderes nimmt sie raus.

    Was soll es bringen: Die Essenskörbe stehen Bedürftigen und sozialschwachen Menschen zur Verfügung. Essen, das an anderer Stelle im Müll landen würde, findet so einen Abnehmer. Außerdem ist die Community nicht nur im Netz aktiv, sondern will auch politisch auf das Thema aufmerksam machen und ein größeres Bewusstsein schaffen.

    Wo: Das Angebot steht und fällt zu großen Teilen mit der Community. Auf der Karte auf der Website finden sich regelmäßig mehrere Dutzend Orte.

  • Eine Grafik zeigt einen Plattenspieler in der Draufsicht. Auf dem Platte ist das Logo vom CLUBMOB.Berlin zu sehen. (Grafik: facebook.com/CLUBMOB.BERLIN)
    facebook.com/CLUBMOB.BERLIN

    Was: Clubmob e.V./Clubliebe

    Wer macht das: Katharina Wolf und Konstanze Meyer sind Teil der ehrenamtlichen Initiative für nachhaltiges Feiern. Sie finden, die Clubszene ist ein riesiger Wirtschaftssektor, in dem kaum auf Nachhaltigkeit geachtet wird. Seit zwei Jahren setzen sie sich für mehr Umweltbewusstsein in Berliner Clubs ein.

    Was soll es bringen: Weg mit den Strohhalmen, her mit den stromsparenden Birnen und Co.! Durch die Unterstützung beim nachhaltigen Umgang mit Ressourcen kann Müll vermieden und energieeffizient gehaushaltet werden. Leider können kleine und mittelgroße Clubs sich eine energieeffiziente Sanierung kaum leisten.

    Wo: Überall da, wo sie zur Beratung gebraucht werden. Das SO36 war einer der ersten Clubs, der sich beraten lassen hat.

  • Ein grüner Mehrwegkaffeebecher der Firma "Potspresso" steht auf dem rbb-Geläne auf einem Stein rum. (Foto: Fritz)
    Fritz

    Was: Potspresso

    Wer macht das: Die Bürgerstiftung Potsdam verteilt an vielen Stellen (Bäckereien oder Cafés, die mitmachen) wiederverwendbare Becher, die dort künftig auch zurückgenommen, gereinigt und an den nächsten weitergegeben werden sollen.

    Was soll es bringen: Zukünftig sollen dann Papp- und To-Go-Becher aus der Stadt verbannt werden und so die stetige Müllerzeugung und Energieverschwendung durch Einweg- und Wegwerfbecher vermieden werden.

    Wo: In teilnehmenden Läden in Potsdam bekommt man die Potspresso-Becher.

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