- Crowdfunding gegen Clubsterben

Jonny Knüppel kämpft

Den Aufruf "Rettet Jonny Knüppel!" habt Ihr Berliner vielleicht kürzlich in Euren Timelines gelesen. Jonny Knüppel ist aber kein Mensch, sondern ein Veranstaltungsort auf der Lohmühleninsel in Kreuzberg.

Allerdings musste der im Herbst schließen, weil die Betreiber bestimmte Auflagen nicht erfüllt haben. Mit Crowdfunding wollen die Betreiber nun in erster Instanz 60.000 Euro sammeln und den Club wieder öffnen. FritzReporterin Mona Ruzicka hat sich die Situation angeschaut.

Kultureller Freiraum

Im Gegensatz zu den benachbarten Clubs Chalet, Birgit & Bier und der Ipse versteht sich der Jonny Knüppel als mehr als ein Club. Seit drei Jahren werden dort etwa verschiedenste Kunstprojekte entwickelt.

Jakob, der Künstler auf der Fläche ist, beschreibt die Situation so: "Der Jonny Knüppel ist ein letzter Freiraum in Kreuzberg, wo wir einen Ort zur Verfügung stellen, und ihn dann mit Kunst und Kultur füllen." Die bunte Mischung, auch musikalisch, habe den Ort zu etwas Besonderem gemacht, meint Jakob. Er findet es deshalb wichtig, dass es den Ort neben den anderen Clubs auch weiter gibt.

Das Problem

Vor drei Jahren baute die Jonny-Knüppel-Crew ziemlich naiv darauf los. Deshalb haben Genehmigungen gefehlt und es gab kaum Lärmschutz.

Das Crowdfunding-Geld wird deshalb vor allem für die Überdachung des Außenbereichs und die Isolierung des Mainfloors mit Stahlbeton gebraucht. Auch Miete und normale Renovierungsarbeiten müssen darüber bezahlt werden, solange es durch den Club keine Einnahmen gibt.

Der aktuelle Stand

Knapp zwei Wochen vor Ablauf der Aktion ist ungefähr die Hälfe des Geldes gesammelt. Lorenz, der Jonny Knüppel mitgegründet hat, will noch nicht zu optimistisch werden: "Ich persönlich find's unglaublich, dass schon so viel zusammengekommen ist. Das ist natürlich eine Achterbahnfahrt. Im Moment ist es tatsächlich so, dass das gut gehen kann, für uns und für Berlin. Muss es aber nicht."

Eine weitere Hürde

Der Grundstücksbesitzer vergibt nur sehr kurze, befristete Mietverträge. Für Künstler Jakob symbolisch dafür, dass es Kulturstätten in Berlin gerade allgemein schwer haben: "Wenn man die Bedinungen nicht verändert, dann wird das eine ziemlich langweilige Großstadt." An dieser Stelle sehen die Beteiligten des Jonny Knüppel die Politik in der Verantwortung.

Das sagt die Politik:

"Wir lassen den Jonny Knüppel nicht allein."

Florian Schmidt Bezirksstadtrat von den Grünen in Kreuzberg im Gespräch.

photocase.com

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