Eine Frau hält ein Smartphone in der Hand. (Quelle: colourbox.com)
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- Verhütung per App

Ist das wirklich sicher?

Hormonfreie Verhütung ganz ohne Nebenwirkungen? Das verspricht die neue App "Natural Cycles". Mit ihrer Kombi aus Temperaturtabelle und Zykluskalender macht sie zwar nichts neues, besonders ist allerdings ein Detail: Die App ist als erste vom TÜV mit einem Zertifikat ausgezeichnet worden. 99,5 Prozent Zuverlässigkeit attestiert der Technische Überwachungsverein und stellt die App damit auf eine Stufe mit Kondomen.

Wie funktioniert das?

Die App soll dank Algorithmus die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage erkennen. Dafür misst die Frau nach dem Aufwachen ihre Körpertemperatur mit einem speziellen Thermometer und trägt den Wert bis auf zwei Dezimalstellen genau in der App ein. Schwankungen und Überlebensdauer der Spermien sind schon mit einkalkuliert und am Ende erkennt der Nutzer, ob er ein Kondom nutzen muss oder nicht. 

Fehlerquelle Mensch

Komplett fehlerfrei funktioniert das nicht unbedingt: Bei den Eintragungen könnt Ihr Euch vertippen, oder Ihr steht nicht immer Punkt sechs Uhr auf: plus/minus zwei Stunden sind ok, bei mehr wird die App unzuverlässig. Außerdem gilt: Wenn vorher Alkohol getrunken wurde, Ihr Euch krank fühlt oder weniger als sonst geschlafen habt, benutzt lieber gleich das Präservativ.

TÜV-Urteil

Eien Studie hat gezeigt: Die Verlässlichkeit der App liegt bei 99,5 Prozent. Allerdings zertifiziert der TÜV lediglich die technischen Prozesse, also die Funktionsweise, aber nicht den Sicherheitsgrad der Verhütung. Die App, die 5,40 Euro im Monat kostet, ist deshalb eher für Frauen gedacht, die sich in einer festen Beziehung ohne häufig wechselnde Partner befinden und dem Kinderwunsch nicht komplett abgeneigt sind...

Gängige Verhütungsmethoden

  • Die Antibabypille in rosafarbener Verpackung (Quelle: Colourbox)
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    Am häufigsten verwendet, aber nicht ohne Risiko: Die Pille wird von der Frau oral eingenommen und enthält die Hormone Östrogen und Gestagen. Allerdings reichen die Nebenwirkungen von Übelkeit über Gewichtzunahme bis zu Bluthochdruck und Stimmungsschwankungen.

    Pearl-Index: 0,1 - 0,9

  • Man sieht vier Füße an einem Bettende, offensichtlich beim Geschlechtsverkehr. (Quelle: Colourbox)
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    Der Klassiker: "Ich zieh ihn raus". Natürlich eine veraltete und sehr unsichere Methode, allerdings immer noch oft gebräuchlich. Das Herausziehen vor der Ejakulation ist eher etwas für Personen, die nichts gegen eine Schwangerschaft hätten.

    Pearl-Index: 4 - 30

  • Eine Latexbehandschuhte Hand, die mit dem Daumen nach oben zeigt (Quelle: Colourbox)
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    Das Diaphragma aus Latex oder Silikon verschließt den Muttermund und verhindert so das Eindringen von Spermien. Allerdings ist die Wirkung ohne passende Spermizide relativ gering. Auch ein toxischer Schock kann in seltenen Fällen ein Risiko sein.

    Pearl-Index: 1 - 20

  • Eine Frau befühlt ihren Oberarm (Quelle: Colourbox)
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    Ein dünnes Stäbchen wird unter die Haut des Oberarmes gebracht und gibt dort Gestagene ab ähnlich der Pille also. Akne, Kopfschmerzen und depressive Verstimmungen können als Nebenwirkungen auftreten. Dafür ist die Methode sicher: Pille vergessen ist nicht.

    Pearl-Index: 0 - 0,08

  • Ein Bleistift liegt auf einem aufgeschlagenen Kalender (Quelle: Colourbox)
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    Ähnlich wie "Natural Cycles", nur mit Blatt und Stift. Lebensdauer der Spermien, Befruchtbarkeit der Eizelle und der Zyklus werden protokolliert und dann errechnet, was ungefähr sicher sein sollte. Die Oldschool-Variante lässt allerdings viele Variablen aus.

    Pearl-Index: 9

  • Ein Pärchen lacht über ein Kondom (Quelle: Colourbox)
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    Das überstreifen des Kondoms aus vulkanisiertem Kautschuk über den erigierten Penis ist nicht die sicherste Variante zur Schwangerschaftsverhütung, allerdings schützt sie auch vor Geschlechtserkrankungen. Ein Kondom dabei zu haben, schadet deshalb nie.

    Pearl-Index: 0,6 - 12

  • Eine Kupferspirale aus nächster Nähe (Quelle: Colourbox)
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    Die Kupferspirale ist ein Plastik-Gebilde, das (meistens) mit einer Kupfer-Gold-Legierung überzogen ist und in die Gebärmutter eingesetzt wird. Die Wirkung ist nicht komplett geklärt, grob kann gesagt werden, dass Spermien im Körper der Frau geschwächt und/oder abgetötet werden. Sie hält drei bis fünf Jahre.

    Pearl-Index: 0,3 - 0,8

  • Ein Arzt beugt sich über die Kamera, kurz vor der OP (Quelle: Colourbox)
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    Die (fast) endgültige Empfängnisverhütung kann bei Mann und Frau angewandt werden. Beim Mann werden dafür die Samenleiter durchtrennt, bei der Frau wird ein Stück des Eileiters entfernt. Wer den Eingriff wagt, sollte sicher sein, dass er keine (weiteren) Kinder bekommen möchte.

    Pearl-Index Frau: 0,1 - 0,3
    Pearl-Index Mann: 0,1

Pearl-Index

Der Pearl-Index ist ein Maß, das die Zuverlässigkeit von Verhütungsmethoden angibt, indem es den Anteil an Frauen heranzieht, die trotz der jeweiligen Verhütungsmethode schwanger werden. Je niedriger der Index, desto sicherer die Methode. Als Maßstab kann man sagen, dass der Pearl-Index ohne Verhütung bei 30 - 85 steht. Für genauere Informationen sollte man in jedem Fall einen Arzt konsultieren.

Sexuell übertragbare Krankheiten

Wichtig bei allen Formen der Verhütung außerdem Kondom ist natürlich, dass es keinen Schutz vor Geschlechtskrankheiten gibt. Ein Kondom ist deshalb, besonders bei wechselnden Geschlechtspartnern, ein Muss für verantwortungsvollen Verkehr. 

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1 Kommentar

  1. 1.

    Thema "Verhütung per App ":

    Die App scheint nur die Temperatur zu nutzen. Das geht sicherer!
    Einfach mal nach NFP suchen.
    Es gibt dafür ein sehr gutes Buch mit Übungsheft, welches etwas Zielgruppenfern mit "Familienplanung" beworben wird...

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