Illustration Deutscher Buchpreis - Verschiedene Bücher liegen auf einem Stapel
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- Kriege und Alltagsrassismus

Tiefgründige Lese-Neuheiten

Omar El Akkad "American War" (Hörbuch)

Fritz meint:

Es ist das Jahr 2074. Die Klimakatastrophe zwingt Millionen Menschen zur Flucht. Nord- und Südstaaten bekriegen sich wegen fossiler Brennstoffe. Mittendrin: das kleine Mädchen Sarat und ihre Familie. Ihr Zuhause: ein Flüchtlingscamp in Mississippi. Hier trifft Sarat, inzwischen ein Teenager, einen geheimnisvollen Mann, der Kämpfer anwirbt.

Erschreckend realistisch

Als ein Teil ihrer Familie umgebracht wird, radikalisiert sich Sarat. Für die einen ist sie jetzt eine mutige Kämpferin, für die anderen eine gefährliche Terroristin.

Omar El Akkad ist Journalist und hat schon aus mehreren Kriegsgebieten berichtet. In seinem Hörbuch entwirft er eine erschreckend realistische Apokalypse. Drohnen, Klimawandel, Terror - ist alles schon da. Das macht "American War" so beunruhigend.

Toni Morrison "Gott, hilf dem Kind"

Fritz meint:

Als Lula Ann auf die Welt kommt, ist ihre Mutter geschockt: "Sie war so schwarz, dass sie mir Angst machte. Mitternachtsschwarz, sudanesisch schwarz. Ich habe eine hellere Haut und gutes Haar, (...) und Lula Anns Vater genauso."

Und der fühlt sich betrogen und haut sofort ab. Lula Ann wächst allein bei der Mutter auf - ohne Zärtlichkeit, ohne Liebe, in Strenge und mit dem Gefühl, falsch zu sein. Bloß nicht auffallen, das trichtert ihr die Mutter immer wieder ein, auch weil sie selbst weiß, wie sich Alltagsrassismus und Gewalt anfühlen.

Spannende Erzählweise

Aber Lula Ann macht genau das Gegenteil: als Erwachsene landet sie in der Mode- und Kosmetikbranche, nennt sich Bride und kleidet sich nur noch in Weiß. Das fällt überall auf. Und kommt gut an - in der Fashionwelt und bei den Männern. Aber dann holt sie ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit ein und gleichzeitig lässt ihr Freund sie sitzen. Einfach so. Völlig aus der Bahn geworfen, macht sie sich auf die Suche nach ihm.

Tonit Morrison wechselt mehrfach die Perspektiven, mal erzählt Bride, dann ihr Lover, dann ihre Mutter, oder ganz andere Leute aus ihrem Umfeld. Auf mehr als 200 Seiten geht es um Kindesmissbrauch, Rassismus, Selbsthass, um Schuld und Kindheitstraumata. Es ist ein packender Roman, der erstaunlich gut endet.

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