Ein Mädchen sitzt mit einem Buch in der Hand inmitten von Stapeln an Büchern und Magazinen. (Quelle: imago/Westend61)
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- Rätselhafte Begegnungen

Zwei richtig starke Storys

Andreas Stichmann "Die Entführung des Optimisten Sydney Seapunk"

Fritz meint:

Der Sonnenhof, direkt in der Nähe der A23 in Hamburg-Osdorf - klingt jetzt erst mal nicht sonderlich exotisch und spannend. Dennoch sind die Bewohner des alternativen Wohnprojekts alle mehr als durch.

Auf diesem Ökohof muss die 17-Jährige Bibi Sozialstunden ableisten. Eines Tages steht allerdings ein reicher Unbekannter auf dem Hof und beginnt, das klamme Wohnkonzept finanziell aufzupeppen. Wer ist dieser komische Typ?

Nur mal kurz die Welt retten

David van Geelen ist ein unverbesserlicher Optimist. Seine Visionen, den Welthunger und die Armut zu bekämpfen, stecken die Hofbewohner sofort an. Um seine Idee in die Tat umzusetzen, braucht es allerdings viel Geld. Dafür spinnt er einen raffinierten Plan.

Es ist faszinierend, mit welcher Ironie sich der Autor Andreas Stichmann durch die Geschichte erzählt. "Die Entführung des Optimisten Sydney Seapunk" ist ein sehr unterhaltsamer Roman, in dem es viele spannende zwischenmenschliche Beziehungsdynamiken unter den Protagonisten zu entdecken gibt.

Johannes Groschupf "Lost Boy"

Fritz meint:

Lennart wacht auf einer Bank am Hamburger Hauptbahnhof auf. Er glaubt zumindest, dass er Lennart heißt. Er hat keine Ahnung, wo er herkommt, wie er in Hamburg gelandet ist und wo er wohnt. Reichlich dumm auch, dass er weder ein Handy noch eine Brieftasche bei sich hat. Ab und an blitzt in seinem Kopf das Bild eines Mädchens auf, mit dem er wohl am Abend vorher zusammen war.

Lennart beschließt, erst mal in Hamburg zu bleiben und wird gleich vom liebevollen Fischverkäufer Werner angeheuert. Am Fischmarkt lernt er auch Jule kennen. Sie will ihm dabei helfen, sich seinen zunehmend wachsenen Dämonen aus der Vergangenheit zu stellen. Und so machen sich beide auf den Weg nach Berlin. Dort wird Lennart langsam klar, dass irgendetwas gewaltig nicht stimmt.

Gruseliges aus dem Partykosmos

Schon nach den ersten Seiten zieht einen das Buch rasend schnell in eine Berliner Untergrund-Partyszene mit sektenartigen Ausmaßen. An deren Ende steht ein Soundexperiment, das Lennart als einer der wenigen überlebt haben soll.

"Lost Boy" ist von vorne bis hinten großartig. Die Charaktere sind glaubwürdig und die Berliner Feierszene sehr passend eingefangen, ohne dabei mit Klischees um sich zu werfen. Johannes Groschupf liefert einen Roman, der sich echt sehen lassen kann. Top Lesefluss, spannende Story und ein schreckliches Geheimnis.

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