Bloc Party "Four"

Cover des Albums Bloc Party 'Four' (Quelle: http://blocparty.com)

Weniger elektronisch, mehr Gitarre

Als Bloc Party mit ihrem Debüt "Silent Alarm" ihren Durchbruch feierten, waren sie Teil der großen Indie-Welle um 2006, die auch Bands wie Franz Ferdinand und Maximo Park durch die Decke des Undergrounds in die Clubs beförderte. "Silent Alarm" stach damals seltsam heraus, war dieses Album doch durchsetzt von einer nervösen Dringlichkeit und Unmittelbarkeit. Songs wie "Helicopter" oder "Banquet" versprühten ein Jetzt-Gefühl, das mitriss und gefangen nahm. Auch die Folgealben der Londoner konnten immer wieder zu dieser Grundstimmung zurückfinden. "Four" tut sich da schon schwerer.

Es ist vor allem der lärmig herausgefeuerte Rock'n'Roll, an den man sich auf "Four" erstmal gewöhnen muss. Bloc Party verabschieden sich weitestgehend vom elektronischen Guss, der ihre Musik immer zusammengehalten und noch stärker auf den Punkt gebracht hat. Stattdessen baut die Band auf ihrem vierten Album immer wieder auf die Kraft der Gitarrenwand, was einen Song an sich noch lange nicht schlecht macht. Ob soviel brachialer Wumms dieser Band aber wirklich steht, darüber lässt sich streiten.

Auf "Four" bemühen sich Bloc Party hörbar, ihren alten Sound auszubauen und aus alten Mustern auszubrechen. Manchmal klappt dieses Experiment hervorragend, etwa in Songs wie "Team A" oder "Truth". Und auch eine Ballade wie "The Healing" weiß Sänger Kele in ganz neuem Licht erstrahlen zu lassen. So richtig nach hinten los geht es dagegen, wenn Bloc Party anfangen, in Richtung Muse oder amerikanischem Alternative loszurocken. Schlimmstenfalls klingt das dann einfach nur gezwungen und leider auch nur halb gekonnt. "Durchwachsen" beschreibt diese Platte daher wohl am besten.

Fritz meint:Fritz meint: Drei von fünf Sternen

VÖ: 24.08.12

Beitrag vom Fr, 24.08.12

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