Neues Wort
Owl City "The Midsummer Station"
Gute-Laune-Pop für die Großraumdisko
Gut ein Jahr nach seinem letzten Album ist Adam Young mit seinem Projekt Owl City und einer neuen Platte zurück. Was seinen Output angeht, scheint der Songwriter und Multi-Instrumentalist aus Minnesota/USA Hummeln im Hintern zu haben. Das ist eigentlich toll, nur wirklich weiterentwickelt hat sich Youngs moderner Gute-Laune-Pop nicht.
Die Musik ist wie immer stark vom Synthpop und Sound der 80er Jahre beeinflusst. Wenn das Songwriting auf seinem vierten Album in fünf Jahren aber immer noch so sehr nach dem gleichen Strickmuster funktioniert, kommt schnell der Verdacht auf, hier würden Songs am Fließband produziert.
Die euphorischen Schöne-Welt-Melodien klingen wie schon tausend Mal gehört und ziehen sich wie Kaugummi durch die Songs. Daran können auch die schnellen Four-to-the-Floor-Beats nichts ändern. Ganz im Gegenteil: Young hat den meisten Stücken einen derart agressiv-monotonen Rhythmus verpasst, der schnell langweilt. Bunte, fröhliche Melodien, die jeder Skate-Pop-Punk-Band gut stehen würden, werden hier zu lieblos stampfendem Pop-Einerlei. Auch das Duett mit der kanadischen Pop-Newcomerin Carly Rae Jepson, "Good Time", und der gemeinsame Track mit Blink-182-Sänger Mark Hoppus sind leider keine Ausnahmen. Rhythmische Abwechslung gibt es nur bei den beiden Balladen "Silhouette" und "Take It All Away".
Hatte der Vorgänger "All Bright And Beautiful" noch viel von dem niedlichen Pop-Charme des Erfolgsalbums "Ocean Eyes", versucht Young die neue Scheibe einfach zu oft mit einem platten Großraumdisko-Sound aufzupeppen. Hat Young möglicherweise zu viel Musik von David Guetta und Pitbull gehört? Und weil dieser Sound beim eher mäßigen Songwriting Methode hat, werden die Tracks den Stempel "Songs am Fließband" leider nicht mehr los.
VÖ: 17.08.2012
Beitrag vom Do, 16.08.12
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