Neues Wort
Kimbra "Vows"
Ungewöhnlich aber gut
Dass Kimbra eine tolle kräftige Stimme hat und bezaubernd aussieht, das weiß die Weltöffentlichkeit all der unzähligen Länder, in denen sie mit Gotye in den Top Ten stand. Was wir spätestens jetzt dazulernen dürfen, ist, dass sie dazu noch ein Technik Nerd ist, der es liebt, die gewohnten Song-Strukturen über den Haufen zu werfen.
Wer sich mit Kimbra darüber unterhält, wie sie an ihren Songs bastelt, der bekommt die Namen ihrer Lieblings-iPad Apps um die Ohren gehauen, die sie gern benutzt, um auf Tour neues Material zu entwickeln. Die 22jährige hat sich nicht nur mehrere Instrumente draufgeschafft, sondern kann einem auch bei nervigen Produktions-Problemen wie Time-Code-Synchronisierung aushelfen, wenn’s sein muss. Sie ist eben ein Tekkie, und sie will ihre Vorstellung von Pop-Musik umsetzen. Darin sind zwar gute Melodien und Rhythmen wichtig, aber nicht, ob es Strophe und Refrain gibt, oder ob ein Song den üblichen Erwartungen folgt.
"Pop muss nicht so sein, wie wir ihn kennen, um zu gefallen und erfolgreich zu sein." Kimbras Ziele mögen ambitioniert klingen, wenn sie ausformuliert werden. Aber ihr Debütalbum "Vows" ist ein überzeugendes musikalisches Plädoyer dafür, dass Musiker fast ganz allein alles anders machen können, und trotzdem alles richtig.
VÖ: 27.07.12
Beitrag vom Fr, 27.07.12
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