Neues Wort
Die Horrorhandyhorrorrechnung
Achtung vor Abzocken
Wer zuckt nicht zusammen, wenn die Handyrechnung angeflattert kommt. Besonders hart war es für die Facebook-Userin Anni Roc. Die sollte 275 Euro zahlen und das in einem Monat, in dem sie Ihr Telefon gar nicht angeschaltet hatte.
Der Post, in dem sie sich über die seltsame Rechnung beschwert, hat mittlerweile über 64.000 Likes. Der Anbierter, Vodafone, hat sich auf den Fall wohl noch nicht gemeldet. Wir haben mal unserern Hausnerd Marcus Richter gefragt, was er von der Geschichte hält.
275 Euro auf der Rechnung und das bei einem ausgeschalteten Gerät, kann das wirklich sein?
Das könnte durch eine sogenannte WAP-Abofalle ausgelöst worden sein. Das sind kleine Werbebanner in Apps oder auf Seiten, die mit einem bestimmten Übertragungsstandard aufgerufen werden. Das wird gerne von Abzockerfirmen benutzt, um Euch ein Abo unterzuschieben, ohne dass Ihr es mitbekommt. Die hohe Summe ist allerdings ungewöhnlich. Normalerweise beläuft sich so was nur auf ein paar Euro, damit es nicht so schnell auffällt. In der Geschichte ging es ja auch darum, dass die Mutter das Telefon benutzt hat. Vielleicht ist die ja auch auf was anderes reingefallen. Ich habe mir auf einer kanadischen Prepaidkarte einen Service eingefangen, der mir pro Tag eine SMS schickte, die dann zwei Dollar kostete. So was kann also schnell passieren.
Die Betroffene schrieb bei Facebook auch, dass sie vergeblich versucht hat, an die genauen Rechnungsdaten zu kommen. Was kann da machen?
Wenn eine direkte Anfrage beim Anbieter nichts hilft, lohnt sich ein Gang zur Verbraucherzentrale. Das kostet in Berlin zwar eine kleine Gebühr von 15 Euro, aber die kennen sich halt aus und können Tipps geben und wissen, wie man wen passend anfragt. Falls das auch nicht hilft, bleibt nur der Gang zum Anwalt. Das ist bitter, weil das viel kostet.
Der Facebook-Post hat viele Likes. Hilft es, an die Öffentlichkeit zu gehen?
Vielleicht. Es ist aber nicht klar, dass genau Euer Fall genug Aufmerksamkeit erregt. Und selbst wenn: In einer Woche wird niemand mehr darüber reden, Firmen können das also auch aussitzen. Und selbst wenn sie dann darauf eingehen, ist das nur eine Kulanz. Ihr seid also auf Freundlichkeit angewiesen, nicht darauf, dass Ihr Recht habt.
Frustrierte Kunden könnten auch den Anbieter wechseln. Gibt's da einen Tipp?
Nicht wirklich. Es gibt zwar immer mal wieder Testsieger im Bereich "Kundenzufriedenheit", aber das hat nichts zu sagen. Im Telekommunikations-Horror-Blue-Moon, hören wir immer wieder solche und ähnliche Geschichten von Euch. Die gibt über jeden großen Anbieter.
Beitrag vom Di, 31.07.12
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