Neues Wort
Verzweifeltes Internetdating
S/M-Nummern und Nackedeis in den Filmen der Woche
Das Internet-Dating mit Lanzelot beschert nichts als Katastrophen, hübsch anzuschauen ist das aber allemal, vor allem wenn Jule Böwe mit von der Partie ist. Da ist die verkopfte Meditation "Holy Motors" schon wesentlich schwerer zu verdauen. Außerdem lässt Sylvester Stallone ab heute noch einmal alle Altersteile rasseln, denn er hat Schwarzenegger und Bruce Willis, Jean Claude Van Damme, Chuck Norris, Dolph Lungren, Jet Li und Jason Statham für ein zweites Haudrauf-Abenteuer der "Expendables" im Gepäck. Ob so viele Stars allerdings einen guten Film garantieren? Hier ist die Antwort:
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"Holy Motors"
"Holy Motors" ist sicherlich der sonderbarste Film dieses Kinojahres. Geschildert wird der anstrengende Tag eines Mannes in seiner Stretchlimousine, der dann bei jedem Termin als jemand völlig anderes seinem Wagen entsteigt.
Mal ist er ein Banker, mal eine Bettlerin. Mal randaliert er als wütender Derwisch auf einem Friedhof oder er singt ein melancholisches Duett mit Kylie Minouge als trauriger Steward in einem verfallenen Pariser Kaufhaus.
"Holy Motors" ist manchmal poetisch und meistens recht bildgewaltig, oft aber auch zähflüssig und ganz schön verkopft. Der Besuch dieser zweifellos eigenwilligen Meditation über die Kunst und das Kino erfolgt strikt auf eigene Gefahr.
Regie: Leos Carax
Darsteller: Denis Lavant, Edith Scob, Eva Mendes
Länge: 110 Minuten
FSK: ab 16 Jahren
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"Dating Lanzelot!"
Lanzelot versucht sich verzweifelt am Internet-Dating, um langfristig eine Freundin zu finden, oder um kurzfristig wenigstens mal wieder Sex zu haben. Doch das Netz beschert ihm da dann nichts als Katastrophen.
"Dating Lanzelot!" ist eine durchaus pfiffige und immer wieder schön verspielt inszenierte Berliner Komödie, die zwar häufig mit schon etwas abgestandenen Klischees aufwartet, etwa wenn das Blind Date mit einer nervigen Göre aufkreuzt, oder wenn eine andere eine durch geknallte S/M-Nummer einfordert.
Doch das sympathisch gutgelaunte Spiel der Hauptdarsteller lässt überraschend leicht über solche Mätzchen hinwegsehen. Manchmal gelingt es dem "Schwarze Schafe"-Regisseur Oliver Rhis sogar, selbst der alten Nummer, in der sich ein in flagranti erwischter Nackedei im Schrank verstecken muss, noch hübsch überdrehte, neue Seiten abzugewinnen.
Regie: Oliver Rihs
Darsteller: Peter Weiss, Manuel Cortez, Jule Böwe
Länge: 90 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
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"The Expandables"
Diesmal gibt es noch mehr Stars, noch mehr Bums und einen Bodycount, der weit über dem oberen Anschlag liegt. Tja, und dennoch ist die zweite Mission der "Expendables" dann leider doch nicht so gut, wie die erste.
Der Film hat manchmal Schwierigkeiten, all seinen Alt-Action-Helden Gerecht zu werden. Hat Probleme, die doch sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten halbwegs stimmig unter einen Hut zu bringen. Denn Sylvester Stallone tritt hier beispielsweise wieder ernsthaft, mit der Schwere des geprügelten Underdogs an während Chuck Norris und vor allem Arnold Schwarzenegger nur noch als kalauernde Parodien ihrer selbst in den Ring steigen.
Unterhaltsam ist diese Action-Rentner-Sause zwar dennoch allemal doch weniger Selbst-Ironie der Holzhammersorte - die würde dem dritten Teil ganz sicher gut tun.
Regie: Simon West
Darsteller: Sylvester Stallone, Jason Statham, Jet Li
Länge: 102 Minuten
FSK: ab 18 Jahren
Beitrag vom Do, 30.08.12
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