Neues Wort
Die lustigen Gentrifizierer
Witzig und bewegend: die FritzBuchtipps!
Wie oft mussten wir dieses Unwort in der letzten Zeit über uns ergehen lassen: Gentrifizierung. Achherrje! Dass man sich auch witzig mit dem Thema der Aufwertung von Innenstadtbezirken auseindersetzen kann, beweisen Sebastian Lehmann und Volker Surmann. Dazu: Ein bewegender Roman über eine Freundschaft unter widrigen Umständen und ein Hörbuch zum Thema Facebook und Zukunftsparanoia. Hier und jetzt - in den Büchern der Woche!
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Sebastian Lehmann, Volker Surmann (Hrsg.) "Lost in Gentrification"
Die rasante Aufwertung der Innenstadtbezirke geht wohl den meisten Berlinern ziemlich auf den Senkel. Schuld sind natürlich reiche Neuberliner und Prenzlbergmuttis mit teuren Boogaboo-Kinderwagen.
Dass es nicht ganz so einfach ist, wissen wir insgeheim selbst, aber die Großstadtgeschichten in "Lost in Gentrification" halten uns auf unterhaltsame Weise den Spiegel direkt vor die Nase. Volker Surmann stellt sogar 50 Thesen zur Gentrifizierung auf: In vier Kapiteln mit über 30 Kurzgeschichten erzählen uns bekannte Autoren wie Marc-Uwe Kling, Tillmann Birr und Martin "Gotti" Gottschild von Schwaben in Berlin, Urteilen zum Lärmschutz und Schlaglöchern.
Witzig, urkomisch und genau das Richtige, wenn das Lieblingscafé um die Ecke die Türen schließen muss und darin ein neuer Bubbletea-Laden eröffnet – wir können drüber schmunzeln.
Was: Sebastian Lehmann, Volker Surmann (Hrsg.) "Lost in Gentrification"
Wo: Satyr Verlag
Wie viel: 192 Seiten, 12,90 Euro
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Agneta Melzer "Borderline - Ein Jahr mit ohne Lola"
Lola geht gern aus, flirtet viel und telefoniert fast täglich mit ihrer besten Freundin Agneta. Eigentlich. Doch als Lola wieder einmal nicht an ihr Handy geht und nicht zum vereinbarten Treffen erscheint, wird Agneta sauer.
Was sie nicht weiß: Lola kann sich nicht melden. Sie liegt im Bett und selbst eine SMS ist ihr gerade zu viel. Lola steckt in den ersten Zügen einer Depression. Denkt sie zumindest. Denn in der Klinik erfährt sie von ihrer Persönlichkeitsstörung. Nach und nach kehrt Lola ins Leben zurück und auch die beiden Freundinnen kommen sich wieder näher. Erzählt wird uns die Geschichte abwechselnd aus der Sicht der beiden Frauen.
"Borderline – Ein Jahr mit ohne Lola" ist kein niederschmetternder Krankheitsbericht, sondern ein bewegender und amüsanter Roman über eine Freundschaft, die einiges aushalten muss. Eine absolute Leseempfehlung!
Was: Agneta Melzer "Borderline - Ein Jahr mit ohne Lola"
Wo: Schwarzkopf & Schwarzkopf
Wie viel: 288 Seiten, 9,95 Euro
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Jay Asher, Carolyn Mackler "Wir beide, irgendwann" (Hörbuch)
Es ist 1996. Emma bekommt ihren ersten Computer geschenkt. Ihr bester Freund Josh hilft ihr beim Einrichten und zufällig landen die beiden auf Emmas Facebookprofil. Komisch, denn noch hat Emma gar keins.
Langsam steigen die Zwei dahinter, dass das Profil ihrem Leben um 15 Jahre voraus ist. Emma ist darauf bereits 31, hat Kinder, ist arbeitslos und unglücklich mit ihrem Ehemann. Was für rosige Aussichten… Die Zukunft von Josh sieht da schon besser aus. Er hat seinen Traumjob gefunden und ist mit der Schulschönheit Sydney liiert.
Emma beschließt ihre Zukunft zu verschönern, indem sie die Gegenwart ändert. Eine heikle Angelegenheit. Die Kapitel werden abwechselnd aus Emmas und Joshs Perspektive geschildert und geben der Geschichte damit Fahrt.
"Wir beide, irgendwann" ist von vorne bis hinten eine Teeniegeschichte, die trotz ihrer spannenden Idee nicht voll überzeugen kann.
Was: Jay Asher, Carolyn Mackler "Wir beide, irgendwann" (Hörbuch)
Wo: Random House
Wie viel: 324 Minuten, 19,95 Euro
Beitrag vom Mi, 26.09.12
Audios
| Play | Quatschen über Gentrification | 5:01 | |
| Play | 15 Thesen zur Gentrification | 3:14 |
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krass... gleich zwei Bücher dabei, die ich mir besorgen muss.