Neues Wort
Tod und Intrigen
Hart aber ehrlich - die Buchtipps der Woche
Miles macht sich Vorwürfe zum Tod seines Bruders, James wird Opfer eines bösen Spiels und die 14-jährige Hazel weiß, dass sie nicht mehr lange leben wird. Das hört sich nach schwerer Kost an, aber das Leben ist halt kein Ponyhof.
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Paul Auster "Sunset Park"
Im Mittelpunkt steht die Geschichte von Miles. Er ist 28, lebt in Florida und jobbt als Entrümpeler für eine Immobilienfirma. Das College hat er geschmissen, seit sieben Jahren hat er keinen Kontakt mehr zu seinen Eltern. Der Grund dafür: Der Tod seines Bruders. Miles macht sich Vorwürfe.
Als er in Florida Probleme kriegt, weil er Sex mit einer Minderjährigen hat, nimmt er das Angebot von seinem Freund Bing an, in dessen WG in New York einzuziehen. Bing hat in Sunset Park Brooklyn ein altes Haus besetzt. Allerdings leben auch Miles Eltern in New York. Die Vergangenheit holt ihn also ein.
Auch die übrigen Bewohner von Sunset Park stecken in der Krise: Bing weiß nicht, wo er sexuell hingehört, Ellen leidet an Depressionen, Alice schreibt an ihrer Doktorarbeit.
"Sunset Park" wechselt andauernd die Perspektive. Es ist eine stimmungsvolle Collage aus Krisen und Persönlichkeiten im heutigen Amerika. Leise und nüchtern erzählt, aber laut im Nachhall.
Was: Paul Auster "Sunset Park"
Wo: Rowohlt-Verlag
Wie viel: 318 Seiten, 29,95 Euro
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Naomi Aldermann "Die Lektionen"
James ist neu in Oxford, ist überfordert, steht unter Lerndruck und ist einsam. Als er den superreichen, schönen Mark und seine Freunde kennenlernt, wird alles anders. Er zieht mit ihnen in eine WG und verliebt sich in Jess. Der exzentrische Mark ist das Zentrum der bunt gemixten Freundestruppe. Aber gleichzeitig ist er einsam, rastlos und manisch-depressiv. Mit James treibt er ein böses manipulatives Spiel.
"Die Lektionen" ist ein Collegeroman aus dem Herzen der reichen, oberflächlichen Elitewelt Oxfords mit allem, was dazugehört: Talaren, holzvertäfelten Bibliotheken, vergoldeten Spieluhren, arroganten Professoren und zwischenmenschlichen Katastrophen. Die Geschichte hat viele Wendungen, dehnt und zieht sich aber, ohne richtig mitreißend zu sein. 200 Seiten weniger wäre mehr gewesen.
Was: Naomi Aldermann "Die Lektionen"
Wo: Berlin Verlag
Wie viel: 380 Seiten, 22,90 Euro
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John Green "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" (Hörbuch)
Hazel ist erst 14, weiß aber, dass sie nicht mehr lange leben wird. Ihr Körper ist vom Krebs zerfressen. Sie muss ständig eine Sauerstoffflasche mit sich herumschieben, weil sie sonst keine Luft bekommt. Aber Mitleid will sie nicht. Als sie Gus trifft, hat sie sogar plötzlich ganz normale Teenagerprobleme.
Auch Gus hat Krebs, er hat ein Bein verloren, ist aber scheinbar geheilt. Ärzte und Eltern erlauben den beiden, nach Amsterdam zu fahren. Hazel und Gus sind glücklich bis ein neuer Befund die beiden überrascht.
"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" hat zwei starke Helden, die sich nicht unterkriegen lassen. Ihr leidet und fühlt mit ihnen bis zum Schluss. Anna-Maria Mühe liest zart und unaufdringlich. Dieses Hörbuch ist trotzdem unendlich traurig. Es erzählt ungeschminkt vom langsamen Sterben, Leiden und Loslassen.
Was: John Green "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" (Hörbuch)
Wo: Hörbuch Hamburg
Wie viel: Fünf CDs, 19,99 Euro
Beitrag vom So, 26.08.12
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So richtig zu empfehlen ist eigentlich bei dem John Green Buch eher die englische Version. Die ist sehr viel authentischer. Leider klingt die deutsche Übersetzung im Vergleich ein bisschen behäbig.