Neues Wort
1000 Kilometer Durchmesser
Ganz schön viel Wind, so ein Hurrikan
Euer Hausdach wird abgedeckt, das Auto fliegt durch die Luft und Eure Straße ist vollkommen überschwemmt. Was wir gerade beschreiben, ist kein Teil eines Monster-Blockbusters, sondern Hurrikan Sandy, der derzeit die US-Ostküste lahmlegt.
Trifft ein Hurrikan auf Festland, dann kommt es meistens zur großen Katastrophe. Aber wie entsteht eigentlich so ein mörderisches Teil?
Was ist ein Hurrikan?
Als Hurrikan wird ein tropischer Wirbelsturm mit einer Windgeschwindigkeit von über 118 Kilometer pro Stunde bezeichnet, der im Atlantik, in der Karibik, im Nord- oder Südpazifik entsteht. Das Wort "Hurrikan" kommt aus dem Indianischen und bedeutet so viel wie "Gott des Windes". Damit sie sich bilden können, müssen gleich mehrere Faktoren zusammen kommen.
Welche Faktoren sind nötig?
Für einen Hurrikan braucht es zunächst ein mächtiges Gewittergebiet (Tiefdruckgebiet), das über warmes Wasser (24 bis 28 Grad Celsius) hinweg zieht. Die meisten Hurrikane auf der nördlichen Erdhalbkugel entstehen deshalb zwischen Juli und September, wenn sich das Wasser im Sommer aufgeheizt hat. Die warme Luft über der Meeresoberfläche steigt auf, Gewitterwolken entstehen und dadurch bildet sich auf der Wasseroberfläche ein Unterdruck. Jetzt strömt Luft mit hohem Anteil an Wasserdampf aus der Umgebung nach. Es bildet sich ein "Kamin", in dem die Luftmassen nach oben steigen.
Wie entwickelt sich die zerstörerische Kraft?
Stetig vorherrschende Winde und die so genannte "Corioliskraft" (Erdrotation) versetzen diese feuchten Luftmassen in Drehung. In der Mitte des Hurrikans entsteht dadurch ein trichterförmiges Gebiet. Dieses "Auge" habt Ihr vielleicht schon mal auf einem Satellitenbild gesehen. Es hat einen Durchmesser von zehn bis 30 Kilometern und darin herrscht fast Windstille. Hier könntet Ihr sogar gemütlich im Meer planschen, denn der Himmel ist heiter.
Nicht aber an seinem Rand, denn da steigt die feuchtwarme Luft spiralförmig auf. Dort findet Ihr die höchsten Windstärken von bis zu 350 Kilometer pro Stunde. Ein Hurrikan ist ein ganz schön dickes Teil, denn er reicht viele tausend Meter in die Höhe und kann einen Durchmesser von bis zu 1000 Kilometer haben.
Welche sind die schlimmsten Hurrikane?
Je größer ein Sturm, desto schlimmer sind auch seine Auswirkungen sobald er auf Land trifft. Zusätzlich bilden sich durch die starken Winde Flutwellen von bis zu zehn Metern Höhe. Surfen solltet Ihr die nicht unbedingt - außer Ihr habt eine gute Lebensversicherung. Dazu können enorme Niederschläge entstehen. Hurrikane werden in einer Skala von eins (schwach) bis fünf (verheerend) gemessen.
Im August 2005 erreichte Hurrikan "Katrina" die Stärke fünf und zerstörte den Südosten der USA schwer. Durch den Sturm kamen damals 1.800 Menschen ums Leben, der Sachschaden betrug 81 Milliarden Dollar. Der jetzige Hurrikan "Sandy" hat bereits große Teile der Karibik verwüstet, bevor er die amerikanische Ostküste erreicht hat.
In diesem Zeitraffer-Video könnt Ihr sehen, wie Stufe-Fünf-Hurrikan "Katrina" im August 2005 entstanden ist:
Beitrag vom Di, 30.10.12
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