Mehr als nur ein Stück Stoff

Ein Mädchen mit Kopftuch (Foto: dpa)

Das Kopftuch

Im vergangenen März hat das Arbeitsgericht Berlin ein weitreichendes Urteil gefällt. Eine junge Muslima hatte geklagt, weil ein Zahnarzt sie wegen ihres Kopftuchs nicht eingestellt hatte. Das Gericht erkannte inen Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgesetz und verurteilte den Arzt zu einer Entschädigungszahlung.

Warum ein Kopftuch?

Dieser Vorfall zeigt, dass bei der Akzeptanz von Kopftüchern hierzulande noch immer Nachholbedarf besteht. Über kaum ein Kleidungsstück wird so sehr gestritten wie über das Kopftuch. Viele sehen in der Kopfbedeckung eine Form der Unterdrückung oder der Ausgrenzung muslimischer Frauen. Diese wiederum tragen es aus verschiedenen Gründen. Manche als Modeaccessoire, manche aus Tradition, manche als Symbol der Gruppenzugehörigkeit, manche gar aus Protest.

Unbehagen und Vorurteile

Aber eigentlich geht es bei den Diskussionen um Kopftücher gar nicht wirklich um diese. Vielmehr sind sie das Symbol des noch immer vohandenen Ungehagens gegenüber dem Islam, das wenig aufgeklärte Zeitgenossen mit sich herumschleppen. Linda begegnet diesem Unbehagen ständig und muss sich immer wieder mit Vorurteilen rumschlagen, die Menschen wegen ihres Kopftuchs haben. Selbst ihre Tochter leidet darunter. Dass die Kleine zu Kindergeburtstagen nicht eingeladen wird, führt Linda auf ihr Kopftuch zurück. Wir haben Linda getroffen und uns ihre alltäglichen Probleme angehört.

Der Selbstversuch

Außerdem haben wir FritzReporterin Marwa Eldessouky auf die Straße geschickt, um mit Kopftuch und verstecktem Mikro die Reaktionen der Berliner zu testen. Zuspruch oder Vorurteile - wie reagieren Außenstehende auf kopftuchtragende Frauen in der Stadt?

Beitrag vom Mo, 29.10.12

Audios

Play "Das Kopftuch erschwert manchmal meinen Alltag" 1:54
Play Selbstversuch: Mit und ohne Kopftuch auf der Straße 2:58

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Kommentare

1
fotos?

hallo, wo sind die fotos... wäre cool, wenn man von der aktion einige fotos oder ne versteckte kamera im hintergrund hätte... so einfach im radio den test zu präsentieren, das finde ich leider unglaubwürdig!

otto 31.10.2012 15:09 antworten
2
Tolleranz?

Tolleranz und Akzeptanz ist der Schlüssel! Heist aber der ohne Religionsmerkmal läst den mit gewähren, aber umgedreht gilt das auch. Stell Dir vor 90% der Menschen tragen ein Tuch. Wieviele ziehen sich ohne Überzeugung ein Tuch an um den Job zu bekommen?? (ich würds tun) Warum regt man sich aber umgedreht darüber auf?

schneemann 30.10.2012 01:04 antworten
3
Voll der Hammer

ja, ich finde Linda hat vollkommen recht. ich meine wenn sich eine Muslima bedeckt reden sie von UNTERDRÜCKUNG,ZWANG usw doch wenn sich eine None bedeckt sagen sie dass sie es aus liebe zu Gott macht,aus Überzeugung usw. Das ist doch Meinungsfreiheit

Mohammed 29.10.2012 20:40 antworten
4
naja

viel wichtiger ist ob se richtig deutsch sprechen kann. Scheiß aufs Kopftuch. Allerdings wenn der Arzt um seinen Ruf fürchtet ist es ja genauso berechtigt wie wenn ein Bankier jemanden nicht einstellt, weil er Piercings hat. Das ist nunmal so. Tut mir Leid für alle, die sich ungern anpassen, aber das wird immer unbequem sein!

Marie 29.10.2012 12:26 antworten
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