Flüchtlinge laufen nach Berlin

Ein protestierender Iraner trägt ein Schild mit der Aufschrift “Gefangen durch Ungewissheit“, um auf die Situation von Flüchtlingen in Deutschland hinzuweisen. (Foto: dpa)

Protestmarsch von Asylbewerbern

Sie wurden verfolgt, sind nach Deutschland geflüchtet und müssen hier in Baracken, ständig bedroht von Abschiebung, auf ihr unsicheres Schicksal warten. Dagegen richtet sich jetzt Protest. Mit einem Marsch durch Deutschland wollen Flüchtlinge auf die Umstände ihres Asylbewerber-Daseins aufmerksam machen. Damit verstoßen sie ganz bewusst gegen ihre Residenzpflicht, denn eigentlich dürften sie den Landkreis, in dem sie gemeldet sind, gar nicht verlassen.

Am 8. September hat die 20-köpfige Gruppe unerlaubt das Asylbewerberheim in Würzburg verlassen. Seitdem haben die Flüchtlinge zu Fuß Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg durchquert - auch, weil die Polizei sich bisher zurück gehalten und den Marsch nicht beendet hat.

Am 5. Oktober überquerte die Gruppe, die sich auf etwa 70 Personen vergrößert hat, die Glienicker Brücke in Potsdam, geendet hat ihre Tour am 6. Oktober in Berlin-Kreuzberg am Oranienplatz. Dort haben die Asylanten nun ein Camp errichtet, um weiterhin auf ihre schlechte Situation aufmerksam zu machen.

FritzReporterin Teresa Sickert hat das Camp besucht und uns geschildert,  was sie dort gesehen, gehört und erlebt hat. Fest steht: Die Flüchtlinge wollen so lange weiter protestieren, bis sich etwas an ihrer Lage ändert. Aber ob sie damit Erfolg haben?

Immerhin: Die Leistungen, die Asylbewerber vom deutschen Staat erhalten, müssen laut einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das im Sommer gefällt wurde, erhöht werden. An den aktuellen Kritikpunkten der Flüchtlinge - Residenzpflicht, unsicherer Status, Unterbringung - ändert das aber nichts.

Mehr zum Marsch erfahrt Ihr auf der Website Refugeetentaction.net, die den "Flüchtlingsstreik" begleitet.

Protest am Brandenburger Tor

Inzwischen entschlossen sich 20 Flüchtlinge, vorm Brandenburger Tor für eine Verbesserung ihrer Situation zu kämpfen. Diese Demo an sich ist genehmigt, doch dürfen die Protestierenden keinerlei Campingbedarf benutzen. Keine Zelte, keine Schlafsäcke, keine Decken, die Polizei kassiert alles ein. Klar, dass ein solches Vorgehen nicht allzu gut ankommt. Auch nicht bei FritzHörer Denis. Wir haben mit ihm telefoniert.

Beitrag vom Mi, 31.10.12

Audios

Play Im Flüchtlingscamp am Berliner Oranienplatz 3:33
Play Omar ist aus Afghanistan geflohen 2:07
Play Kurz vor'm Ziel 3:01
Play Asylbewerberin Karolin aus Kenia wünscht sich mehr Geld 2:15
Play FritzHörer Denis unterstützt die Protestierenden vorm Brandenburger Tor 5:31

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Kommentare

1

Der erste Satz ist falsch. Die meisten Asylbewerber wurden nie verfolgt, sondern kommen wegen hoher Sozialleistungen.

Strauß 26.03.2013 18:33 antworten
2
Ich hab ja nix gegen Ausländer,

aber sie haben nix eingezahlt, zu hohe Ansprüche (Hallo Marion), wollen Luxus (Hey Matze), sind eigentlich gut gekleidet (nicht wahr,Roland) und nehmen uns natürlich Frauen, Geld und Arbeitsplätze weg. Ja Freude, ihr habt es echt kapiert!

Pat 01.11.2012 13:20 antworten
3
Wie seid ihr dann drauf?

Ach, es ist doch immer wieder schön zu lesen, wie aufgeklärt, tolerant und mitfühlend Deutschland ist. Hauptsache, das Auto steht vorm Haus und wird jeden Sonntag gewaschen. Was kümmern einen da die Probleme der anderen. Und hinterher will wieder niemand was gewusst haben...

Klara 01.11.2012 13:15 antworten
4

und genau deshalb sollten sie froh sein, aufgefangen zu werden. und nicht in dem land, das sie auffängt, protestieren und ansprüche stellen. das können sie bei sich tun.

Steffen 11.10.2012 14:19 antworten
5
??

unglaublich, was man hier für kommentare liest??!--viele menschen sind geflüchtet , um unterdrückung oder auch folter zu entkommen!

watsolldas 09.10.2012 16:11 antworten
6
Anspruchsdenken zu hoch

Die Leute haben hier nichts geleistet oder eingezahlt. Trotzdem haben sie m.E. viel zu hohe Ansprüche. Es gibt Kleidersammelstellen (da bringt meine Freundin regelmäßig "Klamotten", wie die Interviewte so schön sagte, hin) Da ist alles kostenlos!!! Froh sollen die sein.

Marion 09.10.2012 11:52 antworten
7

Man muss sich immer fragen, wer denen das Geld zahlt. Genau... wir Steuerzahler. Wer zahlt mir 199 € extra im Monat?

Hendrik 09.10.2012 11:30 antworten
8
Geld

Ich will bestimmt nicht sagen, dass 199€ viel ist, aber ich hab nach Abzug alle Fixkosten (ich hab kein Auto oder son Luxus) 178,69€ zum Leben und natürlich muss man planen aber es geht und zwar ohne riesige Probleme.

Matze 09.10.2012 07:02 antworten
9
Protestmarsch

Schade das nicht mehr Platz ist, Ihr solltet Euch mal mit den Leut-en unterhalten, die in den Auf-nahmelagern arbeiten, wie die dort tlw. von unseren "Gästen" behandelt werden. In unserer Stadt sehe ich jedenfalls immer nur gut gekleidete Menschen aller Nationen aus der ZAST spazieren. Jede Medaille hat 2 Seiten.

Ronald 05.10.2012 10:21 antworten
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